Freitagspredigt

 

Freitag 22. Dezember 2006

Freitagspredigt
Hutba - Die Hadsch

„Wahrlich das erste Haus, das für die Menschen gegründet wurde, ist das in Bakka – ein gesegnetes und eine Leitung für die Welten. In ihm sind deutliche Zeichen – die Stätte Abrahams. Und wer es betritt, ist sicher.

„Wahrlich das erste Haus, das für die Menschen gegründet wurde, ist das in Bakka – ein gesegnetes und eine Leitung für die Welten. In ihm sind deutliche Zeichen – die Stätte Abrahams. Und wer es betritt, ist sicher. Und der Menschen Pflicht gegenüber Allah ist die Pilgerfahrt zum Hause, wer da den Weg zu ihm machen kann. Wer aber ungläubig ist – wahrlich, Allah ist nicht auf die Welten angewiesen.“ (Al-i İmran S. / 96-97)

Verehrte Muslime, liebe Geschwister!

Wie das Beten, das Fasten und die Zakat ist auch die Pilgerfahrt – die Hadsch-nach Mekka, einer der Grundpfeiler des Islam, die jeder Muslim einmal im Leben unternehmen muss, sobald es die finanziellen und gesundheitlichen Umstände erlauben. Die Hadsch wird nach der Sunna des Propheten Muhammed (saw) zwischen dem 8. und 13. des Monats Dhu-l Hidschdscha verrichtet.

Wir gratulieren allen Geschwistern, die sich zurzeit auf der Pilgerreise befinden, um diesen gesegneten Gottesdienst zu vollbringen. Möge Allah teala ihre Pilgerfahrt annehmen und sie den Geschwistern, die diese Reise nicht antreten konnten, auch ermöglichen.

Verehrte Muslime!

Unserem Glauben nach, hat das Leben nicht auf der Erde angefangen und wird auch nicht dort sein Ende finden. Wir Muslime glauben, dass unser Bestehen im Reich der Seelen angefangen hat und wir nach Bestimmung auf die Erde geschickt wurden. Weiterhin glauben wir, dass wir nach Ablauf unserer vorbestimmten Zeit auf der Erde die ewige Reise ins Jenseits antreten werden.

Allah teala verlangt von den Gläubigen, die die Möglichkeit dazu haben, das erste Haus, das Er errichten ließ, die Kaaba, und die heiligen Orte zu besuchen. Denn alle Orte haben ihre Hintergrundgeschichte und waren Zeuge bedeutender Ereignisse.

Beispielsweise ist der Tal Arafat der Anfangspunkt des menschlichen Lebens auf Erden. Denn bei ihrer Austreibung aus dem Paradies fanden sich Adam und Eva durch die Gnade Gottes bei Arafat wieder. Muzdalifa ist der Ort, wo sie anschließend übernachtet hatten. Zwischen den Hügeln Safa und Marwa lief Hadschar in ihrer Mutterliebe nach rechts und links, um Wasser für ihr verdurstendes Kind Ismael zu suchen. Die Orte bei Mina gelten als Zeichen der Entschlossenheit und des starken Glaubens gegen die teuflischen Versuchungen gegen die der Prophet Abraham und Ismael kämpfen mussten …

Verehrte Geschwister!

Die Hadsch ist ein Gottesdienst, der Gleichheit und Brüderlichkeit zwischen den Gläubigen symbolisiert. Alle Muslime befinden sich dort in einheitlicher Kleidung, ganz gleich welche Stellung, sozialen Status, Nationalität oder Hautfarbe sie haben.

„Der Araber hat keinen Vorrang vor dem Nicht-Araber. Ihr seid alle gleich. Niemand ist dem anderen überlegen, außer in Frömmigkeit und guten Taten.“

Diese Worte hat unser Prophet (saw) im Tal Arafat in seiner Abschiedspredigt der Menschheit veröffentlicht und somit alle Klassenordnungen und Rassenideologien aufgehoben.

Der Prophet (saw) sagte wiederum: „Wer die Hadsch oder die Umra vollzieht, ist der Gast Allah tealas. Wenn sie Allah teala um Vergebung bitten, wird Er ihre Gebete erhören und ihnen vergeben.“ (Ibn-i Mace)

Deshalb ist die Stellung der Pilger bei Allah teala sehr hoch. Und Allah teala wird ihre aufrichtigen Gebete nicht zurückweisen. Der Prophet (saw) sagte: „Wer die Hadsch verrichtet und sich dabei von allen Sünden fernhält, kehrt wie ein Neugeborener nach Hause zurück.” (Buhari)

Muslime, die die Hadsch vollbringen, schützen sich damit vor schlechten Taten und sind frei von Sünden. Die Hadsch ist für sie ein Neuanfang im Leben.

Deshalb müssen sie diesen Schutz auch versuchen, nach der Pilgerfahrt zu wahren. Sie dürfen nicht bei den Sünden rückfällig werden und müssen auf ihr Verhalten achten. Sie müssen sich stets von Fehlverhalten wie Lügen, Unrecht, Unaufrichtigkeit, Heuchelei, Egoismus, Betrug und Täuschung fernhalten.

Möge unser Herr den Geschwistern, die dieses Jahr die Hadsch durchführen, ihre Gottesdienste annehmen und ihnen beistehen! Möge unser Herr uns bei unserer Lebensreise, die nur einen Teil unserer ewigen Reise ausmacht, uns vor Fehltritten beschützen und mögen wir unser Leben im aufrichtigen Glauben und mit guten Taten verbringen.

IGMG Irschad-Abteilung


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