Freitagspredigt
„Doch Ich bin gewiss verzeihend gegen den, der sich bekehrt und gläubig wird und das Gute tut und sich leiten lässt.“ [20:82]
Verehrte Muslime,
solange sich der Mensch nicht gegen Gott auflehnt, seine Sünden bereut und sich Gott zuwendet, wird ihm der Barmherzige vergeben. Denn im Koran heißt es: „Doch Ich bin gewiss verzeihend gegen den, der sich bekehrt und gläubig wird und das Gute tut und sich leiten lässt.“ [20:82] Der Islam ähnelt einem Gebäude: Die Reue (Tawba) ist das Grundstück, auf dem es steht. Der Glaube (Îmân) ist das Fundament, die guten Taten sind die Stützen und Wände und die Beharrlichkeit im Glauben ist das Dach des Gebäudes. So wie es kein Gebäude ohne Grundstück geben kann, ist es auch nicht vorstellbar, dass es Glauben gibt, ohne die Möglichkeit eine Sünde zu begehen und zu bereuen. Es existiert kein Gebäude ohne Fundament, ähnlich ist auch die Beziehung zwischen guten Taten und dem Glauben. Und in gleicher Weise hat der Glaube ohne die daraus resultierenden guten Taten keine Bedeutung, so wie es kein Gebäude ohne Stützen und Wände geben kann. Schließlich hätte ein Gebäude ohne Dach keinen Schutz, so wie der Glaube und die guten Taten nur schwer ohne Beharrlichkeit und Geduld aufrecht erhalten werden können. Die Erkenntnis, die daraus folgt, ist: Wir müssen uns stets bemühen, keine Sünden zu begehen. Falls wir es nicht schaffen, müssen wir bereuen und uns erneut Gott zuwenden.
Verehrte Geschwister,
der Muslim sollte auch folgende Eigenschaften erwerben, um das Gebäude des Glaubens zu verschönern. Der Gesandte Gottes sagte: „Wenn du folgende vier Eigenschaften hast, ist es gleichgültig, was du im Diesseits verpasst hast: das Anvertraute bewahren, Wahrhaftigkeit, ein guter Charakter, sich von verbotenen Speisen fernhalten und dem Erlaubten zuwenden.“(Munâvî, Fajzul-Kadîr, Scharhul-Camius-Sağîr, I, 461)Mit dem Anvertrauten sind unter anderem die Religion (Dîn), der Koran, die Hadîthe, die Werke der Gelehrten, die uns anvertrauten Güter, unsere Familie, das Leben, ein uns anvertrautes Geheimnis, eine verantwortungsvolle Position und das Land, in dem wir leben, gemeint. Wahrhaftigkeit meint, das Versprechen zu halten, nicht zu lügen, niemanden zu verleumden und sich von Lug und Trug fernzuhalten. Einen guten Charakter erreicht man, indem man sich den Charakter des Gesandten Gottes Muhammad (saw) aneignet. Ferner muss man jede Art von Nahrung meiden, die verboten oder zweifelhaft ist.
Verehrte Muslime,
diese vier Eigenschaften haben solch eine Auswirkung, dass derjenige, der sie befolgt, im Diesseits wie im Jenseits zum Glück finden wird. Wenn man die Wahl hätte zwischen der ganzen Welt und diesen vier Eigenschaften, würde man nicht falsch liegen, wenn man sich für die vier Eigenschaften entschiede. Unsere Religion beabsichtigt, den Menschen zu vervollkommnen und einen guten Muslim zu schaffen. Diese vier Eigenschaften sind dabei unverzichtbar. Der Mensch, der sie besitzt, wird schließlich sowohl im Diesseits als auch im Jenseits glücklich werden. Der Ort, an dem Menschen leben, die diese vier Eigenschaften besitzen, ist das Paradies. Möge uns Allah zu den Menschen zählen, die an diesem Ort leben dürfen.
IGMG-Irschadabteilung
Am 3. Oktober 2011 findet der bundesweite "Tag der offenen Moschee" statt. Unsere Sonderseiten zum...
Publikationen
Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur".
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