Islam
Als Muslime verbringen wir im Ramadan Tag für Tag bezaubernde Momente. Die Kinder, Jugendliche und Ältere machen bis zum Iftar (Fastenbrechen) Vorbereitungen. Schon allein die Einkäufe haben einen besonderen Stellenwert in diesem besonderen Monat. Plötzlich stehen die Kinder gern an der Schlange für das frisch gebackene Fladenbrot. Im Ramadan sind das Iftaressen und das Sahuressen Momente, die Familie, Nachbarn und Freunden miteinander verbinden und enger bringen. Durch das Taravih-Gebet versammeln sich viele Muslime abends nach dem Fastenbrechen in den Moscheen. Nach dem Gebet setzt man sich zusammen für eine Tasse Tee und führt unterhaltsame Gespräche. An diese Momente erinnert man sich das ganze Jahr über sehr gern.
Eine weitere Besonderheit des Ramdans ist es, dass sich Verwandte, Freunde und Nachbarn sich den ganzen Ramadan über gegenseitig einladen. Ein Recht, was der Muslim gegenüber seinem Glaubensgenossen hat, ist das Annehmen einer Einladung. In einem Hadis, überliefert von Abu Hurayra, sagt unser Prophet: „Der Muslim hat gegenüber einem anderen Muslim fünf Rechte: Den Gruß annehmen, einen Kranken besuchen, an Beerdigungen teilnehmen, Einladungen folge leisten und einem Nießenden `yarhamukallah` (Möge Allah Barmherzig zu dir sein) wünschen.“
Die muslimischen Gelehrten sind sich darüber einig, dass es „vadschib“ (erforderlich, fast schon eine Verpflichtung) ist, wenn man zu einer Hochzeit eingeladen wurde, unbedingt hinzugehen. Eine Einladungen, ausser der Hochzeitseinladung, wahrzunehmen, ist sünnet und in einigen Fällen „mustahab“ (empfohlen).
Nun fragen wir uns, wieso unser Prophet so viel Wert darauf gelegt hat Einladungen anzunehmen. Dafür gibt es eine klare Antwort: Unser Herr hat gewollt, dass seine Diener zusammenkommen und miteinander eng verbunden sind. Im Koran wird dies in der Sura al-Hudschurat, Vers 10 folgendermaßen hervorgehoben: „Die Gläubigen sind Brüder.“ Um die sozialen Beziehungen zu pflegen und das gegenseitige Näherkommen zu ermöglichen, hat die Einladung und das Annehmen einer Einladung, einen hohen Stellenwert im Islam. Es ist eine sehr wichtige Tradition, einzuladen und Einladungen wahrzunehmen. Seine Wichtigkeit erkennt man daran, dass unser Prophet es als Widersetzung gegen unseren Herrn und gegen sich sah, wenn einer, der keine ehrliche und bedeutende Entschuldigung hat, nicht zu einem Essen geht, zu dem er eingeladen wurde. Wieder von Abu Hurayra überliefert, sagte unser Prophet in einem Hadis: „Nicht zu einer Einladung zu gehen (nur weil man keine Lust hat), heisst, sich gegen Allah und seinem Gesandten widersetzt zu haben.“
„Davet“ hat im arabischen neben seiner eigentlichen Definition „Einladung“, dem Ruf, noch eine andere Bedeutung, nämlich die Bitte oder das Bittgebet. In diesem Zusammenhang heisst es demnach, eine Einladung anzunehmen und hinzugehen, die Erfüllüng des Bittgebets. In der Sura al Baqara, Vers 186 befiehlt unser Herr: „Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, siehe, Ich bin nahe. Ich will dem Ruf des Rufenden antworten, sobald er Mich ruft. Doch auch sie sollen Meinen Ruf hören und an Mich glauben; vielleicht schlagen sie den rechten Weg ein.“
Deshalb hat die Einladung im Islam den Stellenwert eines Befehls, und die Annahme einer Einladungen den einer Aufgabe. Der Ramadan und das Fasten bietet uns die Möglichkeit, die familiären Bindungen zu stärken und Freundschaften zu pflegen, damit der Ramadan für uns noch gesegneter wird, als er schon ist. (ba)
Am 3. Oktober 2011 findet der bundesweite "Tag der offenen Moschee" statt. Unsere Sonderseiten zum...
Publikationen
Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur".
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