Islam
Im Islam ist das Fasten einer der fünf Säulen. Gleichwohl ist das Fasten auch in den anderen beiden großen Religionen, sowohl im Judentum als auch im Christentum, vorhanden. Aber Fasten existiert nicht nur in den himmlischen Religionen. In vielen anderen Glaubensrichtungen wird auch gefastet oder ähnliche Gebete verrichtet.
Der große Fastentag im Judentum ist der Versöhnungstag: Jom Kippur. Dieser Zeitraum liegt zwischen dem jüdischen Neujahrsfest (im Herbst) und dem Versöhnungstag und umfasst zehn Tage. Ein weiterer bedeutsamer Tag ist das Fasten im jüdischen Monat Aw, der mit Juli / August zusammenfällt. Dieser Tag wird auch der Tischa b'Aw genannt, der 9. Aw bedeutet. Der Tag Pesach ist ein weiterer wichtiger Fastentag. Neben den Erwachsenen sind auch Jungen, die ihr dreizehntes Alter erreicht haben, verpflichtet, an diesem Tag zu fasten.
Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche freiwillige Fastentage. Der Vorabend des monatlichen Neumonds, der eigene Hochzeitstag oder der Todestag der Eltern sind die bekanntesten unter ihnen.
Weder Essen noch Trinken sind erlaubt; auch Körperpflege -mit Ausnahme des Schmuzbeseitigens-, das Tragen von Lederschuhen oder –sandalen und der Geschlechtsverkehr mit seinem Partner sind untersagt. Mädchen, die das 12.Lebensjahr erreicht haben, und 13 Jahre alte Jungen tragen nun die gleiche Verantwortung wie die der Erwachsenen. Sie müssen diese Regeln beim Fasten nun auch beachten.
Im Judentum beginnt das Fasten mit dem Sonnenuntergang und dauert bis zu dem Sichten der ersten Sterne folgenden Tages. Das ist ein Zeitabschnitt von 25 Stunden.
Im Christentum aber hat das Fasten eine wichtigere Rolle für die Gläubigen. Freitags und mittwochs sind die wichtigsten Fastentage. Im Jahre 1966 wurde mit dem Päpstlichen Urteil das Fasten weitgehend gelockert. Dabei wurde das Fasten am Aschermittwoch, der unmittelbar vor Ostern stattfindet, und am Karfreitag bedeutender. Obwohl früher das vierzig Tage Fasten vor Weihnachten üblich war, hat dies heute ziemlich nachgelassen. Das vierzig Tage Fasten vor Ostern wird noch häufig praktiziert. In der protestantischen Kirche fügte man zu diesen vierzig Tagen noch sieben hinzu. Auf der anderen Seite empfiehlt die orthodoxe Kirche das fünfzig Tage Fasten vor Ostern und das aufwendige Fasten vor Weihnachten.
Im Christentum kann man sowohl für die wichtigen Entscheidungen wie die Ehe, Arbeit oder dem Umzug als auch für den Sündenerlass, Wunsch oder Gebet und Abbitte fasten. Kirchen können auch von Zeit zu Zeit Fastentage einrichten.
Das Fasten wird hauptsächlich nach dem Abendessen bis zum nächsten fortgesetzt. Obwohl Fastende meist am Tag nichts essen oder trinken, gibt es jedoch Ausnahmen. Sehr häufig wird neben Fleisch auch Tierprodukte wie Milch, Käse, Ei und Alkohol und Zigarette verboten zu konsumieren. In dieser Zeit wird nicht gefeiert. Da die orthodoxe Kirche das Fasten etwas Seelisches als eine materielle Angelegenheit sieht, betrachtet sie das Essens- und Trinkensgebot nicht zwingend als eine Regel, sondern nur als eine Empfehlung.
Bei den Christen fängt das Alter für das Fasten mit 21 an und endet mit dem 60.Lebensjahr.
In den östlichen Religionen spielt das Fasten auch eine große Rolle. Im Hinduismus errichtet man das Fasten, indem man auf einige Lebensmittel oder für eine lange Zeit ganz auf Essen und Trinken verzichtet. Bei den Anhängern der Yoga, die als eine Sekte des Hinduismus gilt, hat das Fasten eine strengere Rolle, die sogar bis dahin reicht, dass das Fasten auch das Nicht-Atmen umfasst. Am 12. und 13. Tag jeden Monats wird gefastet. Auf der anderen Seite wird 15 Tage lang gefastet, die den Zweck hat, seine Gelüste zu bezwingen. An diesen Tagen trinkt man täglich nur einen Schluck Wasser.
Im Buddhismus hat das Fasten ebenso seinen festen Platz. Nach Buddha sollte man sich weder der Welt den Rücken kehren noch zu sehr gebunden sein. Zu diesem Ziel zu gelangen ist der erste der Regel jeden zweiten Monat zu fasten und während dieser Zeit vor den Menschen seine Sünden zu gestehen.(ab)
Am 3. Oktober 2011 findet der bundesweite "Tag der offenen Moschee" statt. Unsere Sonderseiten zum...
Publikationen
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