Am 27. Oktober 2003 fängt voraussichtlich der Ramadan Monat an. Der Ramadan wird nach dem 'islamischen' Mondkalender bestimmt, der ca 10/11 Tage kürzer als der hießige Sonnenkalender ist. Der Ramadan ist der neunte Monat des Mondkalenders.
Der Koran bestimmt den Monat Ramadan zum Fastenmonat: „O ihr Gläubigen! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr Gott fürchten. Es sind nur abgezählte Tage. Und wer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage fasten. Und denen, die es mit großer Mühe ertragen können, ist als Ersatz die Speisung eines Armen auferlegt. Und wenn jemand freiwillig Gutes tut, so ist es besser für ihn. Und dass ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet! Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also in dem Monat zugegen ist von euch, der soll in ihm fasten... Gott will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen, damit ihr die Frist vollendet und Gott rühmt, dass Er euch geleitet hat. Vielleicht werdet ihr dankbar sein.“ (Sure 2:183-185)
In diesem besonderen Monat enthalten sich die erwachsenen und gesunden Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang dem Essen, Trinken, Rauchen sowie dem Geschlechtsverkehr. Das arabische Wort „Saum“ bzw. „Siyâm“ bezeichnet eine besondere Art der „Enthaltsamkeit“, in der das Selbstbewusstsein der Fastenden für ihre Not und Hunger leidenden Mitmenschen in aller Welt geweckt wird. Die Fastenden lernen in diesem Monat Ruhe, Geduld, Genügsamkeit und Mitgefühl auszustrahlen und nehmen somit ihre Umwelt und ihre Mitmenschen bewusster wahr. Dabei gilt es bestimmte Regeln einzuhalten, damit die Fastenden die geistigen Ziele dieser besonderen Enthaltsamkeit erreichen können.
Besondere Unterstützung finden die Fastenden durch die Gemeinschaft. Denn das Fasten ist ein gesellschaftliches Ereignis und erfordert sehr viel Rücksicht voreinander. Beispielhaft zu erwähnen ist, dass selbst jene, die (z.B. aufgrund einer Krankheit) nicht fasten können, darauf achten, nicht vor Fastenden Menschen zu essen oder zu trinken.
In den Moscheen wird täglich nach Sonnenuntergang Essen für die Gemeinde und für Gäste angeboten und jede Nacht findet ein besonderes Terâwih-Gebet statt. Diejenigen die fasten, dürfen nur vor der Morgendämmerung essen und trinken und müssen sich bis Sonnenuntergang gedulden. Sollten sie dazwischen essen, trinken, rauchen oder Geschlechtsverkehr haben, so ist ihr Fasten ungültig und sie müssen es nachholen. Sollte jemand aus Versehen etwas essen oder trinken, so muss der Fastende, sobald er seinen Fehler erkennt, damit aufhören und sein Fasten fortsetzen. Dazu sagt der Prophet Muhammad (der Segen Gottes und der Friede auf ihm): „Wenn er (der Fastende) aus Vergesslichkeit (während seines Fastens) isst und trinkt, dann soll er sein Fasten fortsetzen; denn Gott hat ihm damit Speise und Trank gegeben.“
Wer fastet kann z.B. baden, muss jedoch aufpassen, kein Wasser zu schlucken. Die eigene Speichelucke zu schlucken, hebt das Fasten jedoch nicht auf. Es darf aber nicht bei Regen, der Mund geöffnet und Regenwasser getrunken werden, denn alles was von außen in den Körper dringt, wie z.B. eine Spritze, hebt das Fasten auf. Wer krank ist oder wer Medikamente zu sich nehmen muss, sollte nicht fasten, sondern die versäumten Tage nach seiner Genesung nachholen.
Das Fasten soll aber nicht nur zu einem äußerlichen Nicht-Essen und -Trinken führen. Es soll die Muslime viel mehr im Inneren ansprechen. So sollen die Muslime im Ramadan viel mehr als sonst auch darauf achten, sich von Sünde fernzuhalten. Fasten heißt damit auch zu erkennen, dass man in Wahrheit einzig und allein von Allah abhängig ist. Der Fastende erkennt, dass er sich von vermeintlicher Abhängigkeit von anderem lossagen kann und muss. Er ist ein Pilger, der sich mit seinem Fasten zu seinem Schöpfer aufgemacht hat und alles alles hinter sich zurücklässt, woran er zwar gewöhnt ist, aber nicht unbedingt braucht. Die Fastenzeit ist auch eine Zeit, in der der Muslim auch viel mehr mit den anderen Gebeten und Gottesdiensten beschäftigt.
Vom Propheten wird berichtet, dass er gesagt habe: „Wenn jemand im Ramadan seine Pflicht erfüllt, gleicht dies siebzig in anderen Monaten erfüllten Pflichten. Er ist der Monat der Geduld und der Lohn der Geduld ist das Paradies. Er ist der Monat der Versöhnung, er ist der Monat, in dem sich der Lebensunterhalt der Gläubigen mehrt. Er ist ein Monat, dessen Beginn Barmherzigkeit, dessen Mitte Vergebung und dessen Ende Befreiung vom Höllenfeuer ist“.
Am 3. Oktober 2011 findet der bundesweite "Tag der offenen Moschee" statt. Unsere Sonderseiten zum...
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Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur".




























