Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk hat aus Angst vor türkischen Nationalisten seine Deutschlandreise abgesagt - Bundeskriminalamt sieht keine Gefahr
Der Vorsitzende des Islamrates, Ali Kizilkaya, äußerte sich enttäuscht über die Absage der Deutschlandreise des türkischen Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk. „Ein Nobelpreisträger, der nicht reisen kann, ist etwas Bedauerliches“, sagte Kizilkaya. Jedoch könne er seine Besorgnis verstehen. „Es geht um sein Leben, da kann man nicht vorsichtig genug sein“, sagte der Islamratsvorsitzende. Gleichzeitig rief er Pamuk auf, seine Deutschlandreise nicht ganz abzusagen und zu einem späteren Zeitpunkt zu kommen, denn „Freiheit darf sich nicht durch Drohungen einschränken lassen“.
Der umstrittene Schriftsteller wird vor allem von türkisch-nationalistischen Kreisen heftig kritisiert, weil er dem Osmanischen Reich Massenmord an den Armeniern vorwirft. Seine Deutschlandreise habe er abgesagt, weil er sich auf Drohungen hin konkret gefährdet sehe. Dem Bundeskriminalamt lägen jedoch bisher keine Hinweise auf eine Gefährdung Pamuks vor.(hv)
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