Der Monat Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und der Fastenmonat des Islams. Abhängig von der Mondphase dauert der Ramadan 29 oder 30 Tage. Da die Länge des Mondkalenders zwischen 354 und 355 Tagen schwankt, wandert der Jahresanfang im Vergleich zum Sonnenkalender jährlich um 11 Tage.
Es sind „abgezählte Tage“ [2:184]„im Monat Ramadan“, in denen jeder, „der diesen Monat erreicht, fasten soll.“ [2:185] Auch der Gesandte Gottes hat in zahlreichen auf die Pflicht, im Monat Ramadan zu fasten, hingewiesen.
Wem obliegt das Fasten?
Voraussetzung dafür, dass das Fasten zu einer Pflicht wird, ist das Erreichen der Pubertät. Erst mit dieser setzt die Verpflichtung zur Erfüllung der religiösen Pflichten ein. Außerdem muss der Fastende gesund und sesshaft sein.
Der Vers 184 der Sure Bakara enthält jedoch auch Ausnahmen für kranke und reisende Muslime: „(Es geht um) abgezählte Tage; wenn einer unter euch aber krank oder auf Reisen ist, der faste die gleiche Anzahl von anderen Tagen. Und die, die es nur mit größter Schwierigkeit könnten, sollen zum Ausgleich einen Armen speisen. Und wer aus freien Stücken mehr als vorgeschrieben tut, tut es zu seinem Besten. Dass ihr fastet, ist euch zum Vorteil, wenn ihr es richtig begreift.“ [2:184]
Was ist das Wesen des Fastens?
Zu fasten bedeutet, den wichtigsten menschlichen Bedürfnisse wie dem Essen, dem Trinken und dem Geschlechtsverkehr in der Ehe für eine bestimmte Zeit zu entsagen, um so dem Gebot Allahs zu folgen und sein Wohlwollen zu erlangen. Gefastet wird tagsüber vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Einsetzen der Abenddämmerung.
Der Gesandte Gottes Muhammad (saw) hat das Fasten als einen Schutz für den Muslim gewertet. Es ist nur Allah, der diesen Gottesdienst belohnt.
„Das Fasten ist für den Menschen ein Schutzschild vor dem Höllenfeuer, wie ein Schutzschild in der Schlacht, der euch vor dem Tode schützt.“(Nasâî, Sawm, IV, 167)
„Das Fasten ist ein Schutzschild. Der Fastende soll nichts Schlechtes von sich geben. Dem, der sich mit ihm streiten will, soll er zweimal entgegnen, „Ich faste“ und sich nicht mit ihm streiten. Ich schwöre bei Allah, in dessen Hand meine Seele liegt, der Hungergeruch des Fastenden ist bei Allah schöner als der Parfumduft. Allah sagt: „Der Fastende entsagt für mein Wohlwollen dem Essen, dem Trinken und dem Geschlechtsverkehr. Das Fasten ist ein Gebet, das nur für mich verrichtet wird. Nur dafür gebe ich eine grenzenlose Belohnung, während andere Gottesdienste nur mit dem zehnfachen belohnt werden.“(Buchârî, 897)
Wann und wie beginnt das Fasten?
Um Fasten zu können, ist eine notwendig, die Absicht (Nija) dazu zu fassen. Diese Absichtsbekundung kann nach der Abenddämmerung bis zur Morgendämmerung „gesprochen“ werden. In der Regel wird sie zur Sahûr-Zeit, also der Zeit vor der Morgendämmerung, gesprochen. Wer diese vergisst, kann sie bis zum Mittag noch nachholen, natürlich wenn er bis dahin nichts gegessen hat. Da die eigentliche Absichtsbekundung mit dem Herzen „gesprochen“ wird, reicht es aber schon aus, dass man zum Sahûr für das Fasten aufsteht. Auch wenn die Absichtsbekundung nicht mit der Zunge gesprochen wird, wird das Aufstehen als ausreichend angesehen.
Was schadet dem Fasten nicht?
Zu einem Gefährten, der aus Vergesslichkeit gegessen und getrunken hatte, sagte der Prophet: „Vollende dein Fasten. Dich hat wahrlich Allah gespeist.“ Dies heißt für uns, dass das Essen und Trinken aufgrund von Vergesslichkeit dem Fasten nicht schadet. Auch die Blutabnahme und das unwillkürliche Erbrechen oder der Samenerguss im Schlaf sind so zu werten.
Was schadet dem Fasten und erfordert dessen Wiederholung?
Das Essen und Trinken mit der Absicht der Nahrungsaufnahme und der Geschlechtsverkehr schaden dem Fasten. Wenn das Fasten auf diese Art vorzeitig beendet worden ist, muss der Muslim sowohl diesen Tag nachholen, als auch zwei Monate infolge zur Sühne fasten.
Damit diese Sühne notwendig wird, müssen Folgendes gegeben sein:
1) Das absichtliche vorzeitige Beenden des Fastens.
2) Dieses Beenden muss aus dem freien Willen des Fastenden ohne äußeren Zwang geschehen sein.
3) Während des Fastens darf keine Krankheit eingetreten und keine Reise notwendig geworden sein.
4) Die Absicht muss rechtzeitig in der Nacht gesprochen worden sein.
5) Zum Beenden des Fastens müssen Nahrungs- und Genussmittel zu sich genommen oder ein Geschlechtsakt erfolgt sein.
Was erfordert die Unterbrechung und Wiederholung des Fastens?
Wenn der Fastende das Fasten ohne eigene Absicht, durch Zwang oder einen unbeabsichtigten Fehler vorzeitig beendet hat, dann muss er nur diesen Tag nachfasten. In diesem Fall ist das Sühnefasten nicht notwendig.
Das Anwenden von Duftstoffen, Parfums, das Schminken, die medizinisch notwendige Blutentnahme, das Zähneputzen und Ausspülen des Mundes sowie das Duschen schaden dem Fasten nicht.
Wann darf man nicht fasten?
Die Voraussetzungen für das Nichtfasten werden im 184. Vers der Sure Bakara genannt ([2:184]). Wenn aufgrund der dort genannten Gründe nicht gefastet werden konnte, diese fehlenden Tage auch nach dem Ramadan nicht nachgeholt werden können, so mu
ss für jeden fehlenden Tag soviel gespendet werden, wie zur Speisung eines Bedürftigen notwendig wäre.
Im Falle einer Krankheit oder einer Reise muss nicht gefastet werden. Es kann zwar freiwillig gefastet werden, es besteht aber keine Pflicht dazu.
Außerdem sind auch alte Menschen, die zu schwach zum Fasten sind, von dieser Pflicht befreit. Auch diese fasten nicht, sondern speisen für jeden nicht gefasteten Tag einen Bedürftigen oder geben ihm das dafür notwendige Geld. Dasselbe gilt für einen Kranken, der keine Aussicht auf Heilung hat.
Frauen unterbrechen während ihrer Regel das Fasten. Wenn diese zu Ende ist, wird das Fasten fortgesetzt, die fehlenden Tage werden nach dem Ramadan nachgeholt.
Schwangeren und stillenden Frauen steht es frei, im Ramadan zu fasten. Wenn sie auf das Fasten im Ramadan verzichten, müssen sie diese Tage jedoch später nachholen.
Der Sinn des Fastens
Das Fasten bedeutet nicht nur das Hungern für eine bestimmte Zeit, sondern das Fernbleiben von allem Schlechtem und Verwerflichem. Nur so kann sinnvoll gefastet werden. Während des Fastens achten die Muslime noch mehr auf ihre Worte und halten sich von allen schlechten und verwerflichen Dingen fern. Dieser Zustand sollte aber nicht nur einen Ramadan, sondern ein ganzes Leben anhalten.
Am 3. Oktober 2011 findet der bundesweite "Tag der offenen Moschee" statt. Unsere Sonderseiten zum...
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Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur".






























