Wir danken Allah, dass wir den gesegneten Monat Ramadan erreicht haben und möchten darauf aufmerksam machen, dass dieser Monat für die Muslime von besonderer Bedeutung ist. In diesem Monat sind alle Muslime dazu verpflichtet, den ganzen Monat lang zu fasten. Der Koran wurde in der Nacht der Bestimmung, der Kadr-Nacht, an die Menschheit geschickt. Wir werden hier anhand von Koranversen den gesegneten Monat Ramadan und den Fasten näher erläutern und unser Wissen vertiefen.
Das Fasten wurde zwei Jahre nach der Hidschra mit dem 183. Vers der Sure Bakara vorgeschrieben. In diesem Vers heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es den Menschen vor euch vorgeschrieben war; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.“ [2:183] Wie man dem Vers auch entnehmen kann, ist das Fasten nicht nur Muslimen, sondern allen Gläubigen der monotheistischen Religionen vorgeschrieben. Durch das Fasten wird dem Gläubigen ermöglicht, seinen Glauben auszuführen. Das Fasten sieht vor, dass sich jeder gesunde Mann und jede gesunde Frau im neunten Monat des Mondkalenders 29 oder 30 Tage lang vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang vom Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr fernhalten soll. Diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten können, geben stattdessen den Armen Sadaka. Sie versuchen sich somit zu disziplinieren.
Im 184. Vers der Sure Bakara heißt es weiter: „(Es geht um) abgezählte Tage; wenn einer unter euch aber krank oder auf Reisen ist, der faste die gleiche Anzahl von anderen Tagen. Und die, die es nur mit größter Schwierigkeit könnten, sollen zum Ausgleich einen Armen speisen. Und wer aus freien Stücken mehr als vorgeschrieben tut, tut es zu seinem Besten. Dass ihr fastet, ist euch zum Vorteil, wenn ihr es richtig begreift.“ [2:184]
Der Ramadan, der Koran und die Kadr-Nacht
Ein wichtiges Ereignis macht den Monat Ramadan zu einem besonderen und gesegneten Monat; nämlich dass die heilige Schrift Koran in diesem Monat offenbart wurde. Allah sagt im 185. Vers der obigen Sure: „Es ist der Monat Ramadan, in welchem der Koran als Rechtleitung für die Menschen und als Beweis dieser Rechtleitung und als (normativer) Maßstab herabgesandt wurde. Wer von euch in diesem Monat zugegen ist, soll während seines Verlaufs fasten. Wer jedoch krank ist oder auf einer Reise, der (faste) eine (gleiche) Anzahl anderer Tage. Allah wünscht, es euch leicht – und nicht schwerzumachen und dass ihr die Zahl (der Tage) erfüllt und Allah dafür preist, dass Er euch geleitet hat. Und vielleicht seid ihr dankbar.“ [2:185]
Ein anderes Ereignis macht den Ramadan des Weiteren zu einem besonderen Monat; nämlich die Tatsache, dass sich die Kadr-Nacht im Ramadan befindet. Denn im Koran wird diese Nacht als die Nacht umschrieben, die gesegneter als tausend Monate ist. In der Sure Kadr heißt es:„Wir haben ihn wahrlich in der Nacht des Schicksals herabgesandt. Und was lässt dich wissen, was die Nacht des Schicksals ist? Die Nacht des Schicksals ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel und der Geist mit ihres Herrn Erlaubnis herab, mit jeglichem Auftrag. Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte.“ [97:1][97:2][97:3][97:4][97:5]
Der Koran ist die letzte von Allah entsandte Botschaft. Allah sandte der Menschheit die heilige Schrift durch den letzten Propheten Muhammad (saw). Der Koran wird eine Lichtquelle für die Menschen sein, solange die Menschheit bestehen bleibt. Denn der Koran macht einen essenziellen Unterschied zwischen den Lebewesen und setzt den Menschen in das Zentrum seiner Schöpfung. In der Sure Tîn macht man den Wert des Menschen somit deutlich: „Wir erschufen den Menschen gewiß in schönster Gestalt.“[95:4]
Weiter heißt es: „Und wahrlich, Wir zeichneten die Kinder Adams aus und trugen sie über Land und See und versorgten sie mit guten Dingen und bevorteilten sie gegenüber den meisten Unserer Geschöpfe.“[17:70]
Der Koran, der eine Sure namens „der Mensch“ hat, definiert sich als das Buch, das die Menschen den richtigen Weg leitet. Darüber gibt es zahlreiche Versen im Koran. Im neunten Vers der Sure Isrâ sagt Allah: „Dieser Koran leitet gewiss zu dem, was richtig ist, und verheißt den Gläubigen, die das Rechte tun, großen Lohn.“ [17:9]
Weiter möchte der allmächtige Gott in der Sure Jûnus, dass unser Prophet Muhammad (saw) den Menschen den Koran beibringt, damit sie den glücklichen Weg einschlagen: „Und wenn dich Allah mit einem Übel trifft, gibt es niemand, der es beseitigen könnte, außer Ihm. Und wenn Er Gutes für dich vorsieht, kann niemand Seine Wohltat aufhalten. Er gewährt sie, wem von Seinen Dienern Er will. Und Er ist der Verzeihende, der Barmherzige. Sprich: O ihr Menschen! Nun ist die Wahrheit von euerem Herrn zu euch gekommen. Wer da geleitet ist, der ist nur zu seinem eigenen Besten geleitet; und wer irregeht, der geht nur zu seinem eigenen Schaden irre. Und ich bin nicht euer Sachwalter.“ [10:107][10:108]
Der Koran definiert die essenziellen Angelegenheiten, wonach jedes Volk heute sucht. Diese sind unter anderem die Beziehungen und die Herstellung der Frieden zwischen den Menschen. Die Verantwortungen des Menschen gegenüber dem Gott und den anderen Menschen wird im Koran genauestens definiert. Die Familie hat einen besonders wichtigen Platz, denn sie ist es, die ein Volk am Leben erhält. Der Koran definiert hierbei die gegenseitigen Rechte und Pflichten der Paare. In der Sure Isrâ wird die Ehrerbietung der Kinder gegenüber den Eltern und älteren Menschen herausgehoben: „Dein Herr hat bestimmt, dass ihr Ihn alleine anbeten sollt und dass ihr gegen euere Eltern gütig seid, auch wenn der eine von ihnen oder beide bei dir ins hohe Alter kommen. Sag daher nicht »Pfui!« zu ihnen und schelte sie nicht, sondern rede mit ihnen auf ehrerbietige Weise. Und bedecke sie demütig mit den Flügeln der Barmherzigkeit und bitte: »O mein Herr! Erbarme dich beider so (barmherzig), wie sie mich aufzogen, als ich klein war!« Euer Herr weiß sehr wohl, was in eueren Herzen ist. Wenn ihr rechtschaffen seid - siehe, Er vergibt denen, die bußfertig zu Ihm zurückkehren. Und gib dem Verwandten, was ihm gebührt, und dem Armen und dem Reisenden; doch verschleudere nicht wie ein Verschwender. Siehe, die Verschwender sind des Teufels Brüder, und Satan war seinem Herrn undankbar.“ [17:23][17:24][17:25][17:26][17:27]
Wie man an diesen Beispielen entnehmen kann, definiert der Koran viele Einzelheiten im sozialen Leben für das Wohl der Menschheit. Im Koran gibt es viele Beispiele, die auf dem ersten Blick ganz einfach aussehen, aber wunderbare Wirkung auf das Zusammenleben haben, wie zum Beispiel das Begrüßen oder das Eintreten der fremden Wohnung nur mit dem Erlaubnis das Hausbesitzers.
Es ist mir an dieser Stelle wichtig, dass wir uns an diesen Vers der Sure Lukmân erinnern: „Seht ihr denn nicht, dass euch Allah alles in den Himmeln und auf Erden dienstbar machte und Seine Gnade über euch ausgoss, sichtbar und unsichtbar? Und doch streiten einige über Allah - ohne Wissen, ohne Anleitung und ohne erleuchtendes Buch.“ [31:20]
Ich hoffe durch diese Ausführungen dazu beigetragen zu haben, uns die Bedeutung des Monats Ramadan und des Fastens zu vergegenwärtigen. Außerdem hoffe ich, dass dies ein Anlass dazu wird, dass wir uns unserer Verantwortung vor Allah bewusst werden stets den richtigen Weg vor Augen haben. Denn wir dürfen dies nie vergessen: ein Muslim hat keine einzige Minute zu vergeuden. Den Koran zu verstehen und zu deuten soll daher ein Leben lang währen. Besonders in diesem gesegneten Monat sollen wir unsere Zeit dazu nutzen, den Koran zu studieren und Allahs zu gedenken (Zikr), und uns vor den Sünden zu schützen.
Ein wahrhaft glückliches und erfülltes Leben ist das Leben erfüllt vom Koran und Gebeten. Der Monat Ramadan ist daher ein fruchtbarer Monat. Ich wünsche, dass dieser Monat für uns Gläubige ein Anlass für ein glückliches Leben wird.
Am 3. Oktober 2011 findet der bundesweite "Tag der offenen Moschee" statt. Unsere Sonderseiten zum...
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Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur".





























