Freitag 12. September 2008

Deutschland, KRM
Landesregierung prüft Alternativen für Islamlehrerausbildung

Am vergangenen Wochenende haben die Mitglieder des Koordinierungsrats der Muslime in Deutschland ihre Arbeit im wissenschaftlichen Beirat des „Centrums für religiöse Studien“ der Universität Münster (CRS) für beendet erklärt. Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sagte, dass nun nach Alternativen gesucht werden müsse.

Der amtierende Sprecher des Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland (KRM), Ali Kizilkaya, erläuterte in einer Presseerklärung, dass der Grund für die Distanzierung des KRM „in der erheblichen Diskrepanz zwischen den Grundsätzen der islamischen Lehre und veröffentlichten Positionen des Leiters des CRS in Münster“ liege. Der Lehrstuhlinhaber Muhammad Sven Kalisch stelle die Existenz des Propheten in Frage und sei daher als Professor an einem Lehrstuhl, an dem Lehrer für den Islamunterricht ausgebildet werden, nicht tragbar, so Kizilkaya.

 

Die Position des KRM hat weitreichende Folgen für die Einführung des Islamischen Religionsunterrichts nach Artikel 7 des Grundgesetzes in NRW. Danach sind die islamischen Religionsgemeinschaften verpflichtet, die Lehrer für den islamischen Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen auszuwählen. Der Hinweis Kizilkayas, dass die Mitgliedsverbände des KRM sich nicht weiter in der Lage sehen, muslimischen Studierenden empfehlen zu können, sich an diesem Lehrstuhl einzuschreiben, hat Signalwirkung.

 

Minister Andreas Pinkwart erklärte deshalb, dass eine Islamlehrerausbildung beabsichtigt sei, die von den Islamverbänden anerkannt wird, damit die so ausgebildeten Lehrer dann auch in den Schulen ihren Dienst verrichten können. „Und wir müssen jetzt eben auch Alternativen prüfen“, so Pinkwart. Die Rektorin der Universität Münster, Ursula Nelles, erklärte hingegen, dass der Rückzug des KRM aus dem Beirat keine Auswirkungen auf die Arbeit des Centrums haben werde. (sa)


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