Donnerstag 18. September 2008

Deutschland, KRM, Wissenschaft, Islam, Koran, Sunna
Professur am Centrum für Religiöse Studien in Münster wird neu besetzt

Nachdem die Mitglieder des Koordinierungsrats der Muslime in Deutschland (KRM) ihre Arbeit im wissenschaftlichen Beirat des „Centrums für religiöse Studien“ der Universität Münster (CRS) eingestellt haben, wurden personelle Konsequenzen am Lehrstuhl für Islamkunde an der Universität Münster gezogen. Berichten der Tageszeitung „Die Welt“ zufolge hat das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium erklärt, dass der umstrittene Professor Muhammad Sven Kalisch nicht mehr Lehrer für den Islamunterricht an deutschen Schulen ausbilden darf.

Das Land habe weitere Mittel für eine zweite Professur am Centrum für Religiöse Studien (CRS) zur Verfügung gestellt. Für die Besetzung des Lehrstuhls solle „ein Votum der islamischen Verbände“ eingeholt werden. Ziel sei nämlich eine möglichst breite Akzeptanz der Lehrerausbildung für Islamkunde, sagte Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP).

 

Der Theologieprofessor Kalisch werde nur noch außerhalb des Lehramtsstudiengangs unterrichten. Er hatte die Existenz des Propheten in Frage gestellt und war daher als Professor an einem Lehrstuhl, an dem Lehrer für den Islamunterricht ausgebildet werden, nicht mehr tragbar. Der Islamwissenschaftler Michael Marx, der seit 2006 die Arbeitsstelle „Corpus Coranicum“ an der Berlin- Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften leitet, erläuterte in einem „Spiegel-Interview“, warum diese Position außerhalb der Wissenschaft steht.

 

Infragestellung des Propheten ist eine Verschwörung

 

Die These Kalischs klinge so, als habe er sich den Thesen von Professor Karl-Heinz Ohlig angeschlossen. Es bestünden jedoch viel zu viele Hinweise darauf, dass Ohligs These, der Prophet habe nie gelebt, nicht haltbar ist. Hier sei die Evidenzlage so gut wie bei keiner anderen Religion.

 

„Wir kennen Koranhandschriften und islamische Inschriften schon ab 40 bis 50 Jahre nach dem Tode des Propheten“, so Marx. Der Koran wäre extrem erklärungsbedürftig, wenn man den Propheten raus rechne. Der Koran sei nämlich eine Art Rede. „Dieses Genre macht nur Sinn, wenn ich eine Person habe, an der ich das festmache - einen charismatischen Sprecher, einen Propheten. Warum sollte eine Gemeinde, die keinen Propheten hat, sich in der Rückprojektion einen zulegen, und einen Text erfinden, der dann auch noch christlich ist, wie Ohlig meint?“

 

Wenn der Prophet nicht gelebt habe, müsse es, so Marx, eine enorme Verschwörung gegeben haben, um das Schrifttum zu erklären. Und von dieser Verschwörung wären zudem keinerlei Spuren übrig geblieben, von Marokko bis Indien nicht. „Wer soll das durchgesetzt haben?“ fragt Marx mit Hinweis darauf, dass es seit Mitte des 8. Jahrhunderts kein zentrales islamisches Staatswesen mehr gibt, der die Konstruktion des Propheten flächendeckend in Asien und Afrika hätte durchsetzen können. Seiner Empfindung nach seien deshalb Ohlig und seine Mitstreiter entweder Demagogen oder Nicht-Wissenschaftler. (sa)


Am 3. Oktober 2011 findet der bundesweite "Tag der offenen Moschee" statt. Unsere Sonderseiten zum...

Nach einer ersten erfolgreichen Spendenaktion hat sich der Vorstand der Islamischen Gemeinschaft...

Angesichts der humanitären Notlage in Somalia hat der IGMG-Vorstand beschlossen, eine Spendenaktion...

Pierre Vogel tritt in Hamburg auf, liest man in der Welt-Zeitung. Vielleicht ein Schaukampf des...

Am 12. Juni hat die Türkei gewählt. Das Ergebnis der seit acht Jahren regierenden AKP (Partei für...

Im Allgemeinen widmeten sich US-Präsidenten in ihrer zweiten und letzten Regierungsperiode dem...

Das vonseiten des IGMG Hilfs- und Sozialverein Hasene errichtete Schulgebäude im pakistanischen...

„Die Stimmabgabe bei Wahlen ist ein hohes Gut und sollte nicht vergeudet werden. Daher rufen wir...

„Gewalt ist unter keinen Umständen tolerierbar. Wir verurteilen jedwede Gewalt mit aller Schärfe....

„Wir haben ihn wahrlich in der Nacht des Schicksals herabgesandt. Und was lässt dich wissen, was...

Aufgrund ihres tragenden Gewichts und ihrer großzügigen Struktur wird den Bögen in der Architektur...

In der islamischen Tradition wird die vorislamische Zeit auf der arabischen Halbinsel als...

Diskriminierung

Keine Nachrichten in dieser Ansicht.

Publikationen

Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur". 

Bestellung

Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Publikationen


Startseite Suchen Impressum Intranet Sitemap Bildergalerie