Nachdem die Mitglieder des Koordinierungsrats der Muslime in Deutschland (KRM) ihre Arbeit im wissenschaftlichen Beirat des „Centrums für religiöse Studien“ der Universität Münster (CRS) eingestellt haben, wurden personelle Konsequenzen am Lehrstuhl für Islamkunde an der Universität Münster gezogen. Berichten der Tageszeitung „Die Welt“ zufolge hat das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium erklärt, dass der umstrittene Professor Muhammad Sven Kalisch nicht mehr Lehrer für den Islamunterricht an deutschen Schulen ausbilden darf.
Das Land habe weitere Mittel für eine zweite Professur am Centrum für Religiöse Studien (CRS) zur Verfügung gestellt. Für die Besetzung des Lehrstuhls solle „ein Votum der islamischen Verbände“ eingeholt werden. Ziel sei nämlich eine möglichst breite Akzeptanz der Lehrerausbildung für Islamkunde, sagte Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP).
Der Theologieprofessor Kalisch werde nur noch außerhalb des Lehramtsstudiengangs unterrichten. Er hatte die Existenz des Propheten in Frage gestellt und war daher als Professor an einem Lehrstuhl, an dem Lehrer für den Islamunterricht ausgebildet werden, nicht mehr tragbar. Der Islamwissenschaftler Michael Marx, der seit 2006 die Arbeitsstelle „Corpus Coranicum“ an der Berlin- Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften leitet, erläuterte in einem „Spiegel-Interview“, warum diese Position außerhalb der Wissenschaft steht.
Infragestellung des Propheten ist eine Verschwörung
Die These Kalischs klinge so, als habe er sich den Thesen von Professor Karl-Heinz Ohlig angeschlossen. Es bestünden jedoch viel zu viele Hinweise darauf, dass Ohligs These, der Prophet habe nie gelebt, nicht haltbar ist. Hier sei die Evidenzlage so gut wie bei keiner anderen Religion.
„Wir kennen Koranhandschriften und islamische Inschriften schon ab 40 bis 50 Jahre nach dem Tode des Propheten“, so Marx. Der Koran wäre extrem erklärungsbedürftig, wenn man den Propheten raus rechne. Der Koran sei nämlich eine Art Rede. „Dieses Genre macht nur Sinn, wenn ich eine Person habe, an der ich das festmache - einen charismatischen Sprecher, einen Propheten. Warum sollte eine Gemeinde, die keinen Propheten hat, sich in der Rückprojektion einen zulegen, und einen Text erfinden, der dann auch noch christlich ist, wie Ohlig meint?“
Wenn der Prophet nicht gelebt habe, müsse es, so Marx, eine enorme Verschwörung gegeben haben, um das Schrifttum zu erklären. Und von dieser Verschwörung wären zudem keinerlei Spuren übrig geblieben, von Marokko bis Indien nicht. „Wer soll das durchgesetzt haben?“ fragt Marx mit Hinweis darauf, dass es seit Mitte des 8. Jahrhunderts kein zentrales islamisches Staatswesen mehr gibt, der die Konstruktion des Propheten flächendeckend in Asien und Afrika hätte durchsetzen können. Seiner Empfindung nach seien deshalb Ohlig und seine Mitstreiter entweder Demagogen oder Nicht-Wissenschaftler. (sa)
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Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur".






























