„Esst und trinkt, aber schweift nicht aus. Siehe, Er liebt die Ausschweifenden nicht.“ [17:31]
Indem Allah den Menschen als das ehrenhafteste Geschöpf erschuf gab er ihm Vorrang vor den anderen Geschöpfen. Der Mensch unterscheidet sich auch insofern von anderen Lebewesen, als dass er den Geboten und Verboten Allahs würdig ist. Sich diesen Geboten und Verboten zu beugen, ist die Pflicht des Menschen. In allem maßvoll zu sein, gehört zu den wichtigsten Werten, die den Menschen vermittelt werden. Dort wo das Maß überschritten wird, beginnt die Verschwendung. Insbesondere in Bezug auf das Essen wurde die Verschwendung mit diesem Vers verboten: „Esst und trinkt, aber schweift nicht aus. Siehe, Er liebt die Ausschweifenden nicht.“ [17:31]
In der Sure Anbijâ schreibt Allah, was die Menschen, die das Maß übertreten erwartet: „…ließen die Übertreter zugrunde gehen.“[21:9] Ferner vergleicht Allah Menschen, die verschwenderisch sind, in der Sure Isrâ mit dem Teufel und bezeichnet ihr Verhalten als Ausschweifung: „…verschleudere nicht wie ein Verschwender. Siehe, die Verschwender sind des Teufels Brüder, und Satan war seinem Herrn undankbar.“ [17:26][17:27]
Aufrichtige Menschen hingegen beschreibt Allah folgendermaßen: „Diejenigen, welche beim Spenden weder verschwenderisch noch geizig sind…“[25:67]
Der Monat Ramadan ist ein Monat voller Tugenden und schenkt dem Fastenden unzählbar viele Gaben. Sahl ibni Sâd überlieferte folgenden Hadîth: „Es gibt im Paradies ein Tor, das Ar-Rajjân genannt wird. Durch dieses Tor werden am Tag der Auferstehung nur die Fastenden gehen, und kein anderer. Wenn diese durch das Tor gegangen sind, wird es geschlossen, so dass keiner mehr eintreten kann.”[1]
Abû Hurajra (ra) berichtet: „Der Gesandte Allahs (saw) sagte: „Wer einem Fastenden zum Fastenbrechen einlädt, wird belohnt wie der Fastende, ohne eine Verminderung.”[2]
Said Nursi sah das Fasten und das Abstand nehmen von verschwenderischem Verhalten als Dankbarkeit für die vom Ego bevorzugten Zustände an. Seiner Ansicht nach sind Wirtschaftlichkeit und Maßhaltung eine Art geistige Dankbarkeit. Verschwendung und Maßlosigkeit bewertet Said Nursi als Gegenpole zu Dankbarkeit. „Als Gegenleistung für die Gaben, die er den Menschen beschert erwartet Allah Dankbarkeit. Verschwendung ist das Gegenteil von Dankbarkeit, eine Deklassierung der Gaben. Wohingegen Wirtschaftlichkeit eine Form der Ehrerweisung gegenüber den Gaben darstellt.“[3]
Doch die vermehrten Einkäufe im Ramadan, das Kochen in großen Mengen, die vielen Reste, die später entsorgt werden müssen, überschatten das Fasten und den wahren Geist des Ramadan. Obwohl das Erlangen von Takwâ (Gottesfurcht) und die Enthaltung vom Essen ebenfalls ein Zweck des Fastens ist, wird der Ramadan für uns Muslime bedauerlicherweise zunehmend zu einem Monat des Konsums und der Verschwendung. Angesichts der Tatsache, dass das Essen ohne Hunger zu haben und das Essen trotz Sättigung, auch schon unter Verschwendung einzuordnen ist, erweckt der Gedanke an unser Fastenbrechen an reich gedeckten Tischen, an unsere Tee- und Dessertrunden, die sich bis zum Sahûr-Essen erstrecken ein ungutes Gefühl. Dabei wird in den vorher aufgeführten Versen Verschwendung ausdrücklich verboten.
Bleibt zu hoffen, dass die Ehre durch das Tor ar-Rajjân zu schreiten und die Wohltat zum Fastenbrechen einzuladen, nicht von verschwenderischem Verhalten beeinträchtigt wird.
[1]Buchârî, Sawm, 4, Bad’ul-Chalk, 9; Muslim, Sijâm, 166; Nasâî, Sijâm, 43; Tirmizî, Sawm, 55
[2]Buchârî, Tirmizî, Sawm, 82; Ibni Mâdscha, Sijâm, 45
[3]19. Lem’a
Am 3. Oktober 2011 findet der bundesweite "Tag der offenen Moschee" statt. Unsere Sonderseiten zum...
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Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur".




























