Mittwoch 01. Oktober 2008

Deutschland, KRM, Islamrat
Iftâr-Einladung des Koordinationsrates der Muslime (KRM)

Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) hat am vergangenen Donnerstag zum Iftâr-Essen nach Köln eingeladen. An der Veranstaltung nahmen unter anderem der türkische Generalkonsul Kemal Demirciler, der Vertreter des Bundesinnenministeriums Reinhard Busch, der Bürgermeister Mönchengladbachs Norbert Bude sowie der NRW-Integrationsbeauftragte Thomas Kufen teil.

Der derzeitige Sprecher des KRM, Ali Kızılkaya, hat nach einer kurzen Begrüßung seine Zufriedenheit hinsichtlich der Solidarität der Kölner während der vielfältigen Protestaktionen gegen den Anti-Islamkongress der rechtsradikalen Gruppierung „Pro-Köln“ zum Ausdruck gebracht. Kızılkaya bezeichnete in seiner Rede die muslimische Bevölkerung sowie ihre Einrichtungen als Teil Deutschlands und als Bestandteil der hiesigen Gesellschaft. Trotzdem bestünden vielfältige Probleme, die nach einer Lösung rufen. So hätten beispielsweise rund 800.000 muslimische Kinder noch immer nicht die Möglichkeit eines islamischen Religionsunterrichts.

 

Der KRM-Sprecher wies in diesem Zusammenhang auf die fehlende Gleichbehandlung hin. „Die muslimischen Kinder, die ihr Recht auf Religionsunterricht nicht wahrnehmen können, erkennen, dass ihre Religion den anderen Religionen an ihrer Schule nicht gleichgestellt ist“, so Kizilkaya. In diesem Bereich müsse den muslimischen Kindern das Gefühl vermittelt werden, auch ein Teil Deutschlands zu sein. Vielmehr steige aber der Druck auf muslimische Kinder und Jugendliche, die etwa aus Gewissensgründen nicht am Schwimmunterricht teilnehmen können, obwohl es hierzu höchstrichterliche Rechtsprechung gibt. „Mein Appell lautet deshalb: Lassen Sie uns Lösungen finden, die sich innerhalb des verfassungsmäßigen Rahmens befinden. Durch Zusammenarbeit können die Probleme schneller gelöst werden. In Sachen Integration werden wir als KRM stets proaktiv sein“, versicherte Kizilkaya.

 

Reinhard Busch, der stellvertretend für den Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble an der Veranstaltung teilnahm, richtete zunächst die Grüße des Bundesinnenministers aus. Busch bezeichnete ebenfalls den Islam als Teil Deutschlands und zitierte dabei den Bundesinnenmister.  Die Tradition des Iftâr-Essens in Deutschland sei hierfür der beste Beleg. Weiterhin wies Busch auf die Wissenslücken in der Gesellschaft über den Islam hin und erklärte hierzu, dass die Deutsche Islamkonferenz in dieser Hinsicht viel Positives bewirkt habe. Indes beschrieb Norbert Bude, Präsident des Städtetages NRW und Bürgermeister der Stadt Mönchengladbach, Integration als gegenseitiges Lernen. Auch Bude betonte den zusammenführenden und verbindenden Charakter solcher Iftâr-Einladungen. Der Integrationsbeauftragte des landes Nordrhein-Westfalen, Thomas Kufen, erklärte, dass Muslime eine Bereicherung für Nordrhein-Westfalen sind. Er empfinde, dass die Muslime das Land gastfreundlicher machten. Zu Wort kam außerdem der Bezirksbürgermeister des Kölner Stadtbezirks Ehrenfeld, Josef Wirges, der die Demonstration der vergangenen Woche lobte. „Wir alle standen vor unserer Moschee“, sagte Wirges und betonte damit die unzertrennliche Zugehörigkeit der Muslime zu Köln und Deutschland.

 

An dem Iftâr-Essen nahm auch der türkische Generalkonsul Kemal Demirciler teil. Der Konsul aus Köln sagte: „Ich bin sehr glücklich, an dem Iftâr-Essen des KRM teilnehmen zu dürfen. Es ist sehr schön, mit Menschen verschiedener Religionen und Kulturen an einem Tisch zu sitzen.“

 

Weitere Teilnehmer waren unter anderem der Vorsitzender der IGMG Yavuz Çelik Karahan, IGMG-Generalsekretär Oğuz Üçüncü, der Vorsitzende der DİTİB Sadi Arslan, der Vorsitzende der VIKZ Mehmet Yılmaz und dessen Dialogbeauftragter Erol Pürlü, der Vorsitzende von „Hürtürk“ Hasan Tekin, ZMD-Generalsekretär Aiman Mazyek, der Europa-Verantwortliche der Zeitung „Zaman“ Mahmut Çebi, der Vorsitzende der Alevitischen Gemeinschaft für Europa, der Vorsitzende der MÜSİAD in NRW Orhan Bilen und der UETD-Generalsekretär Salih Altınışık.

 


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