Montag 13. Juli 2009

Deutschland, Islamrat, Menschenrechte, Migration
Islamratsvorsitzender mahnt politische Konsequenzen an

Der Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland, Ali Kizilkaya, hat den Verletzten Ehemann der im Dresdener Landgericht getöteten Marwa El-Sherbini besucht. „Die islamische Gemeinschaft trauert um Schwester Marwa El-Sherbini, die auf schreckliche Weise ermordet wurde. Die islamfeindliche Tat hat uns zutiefst erschüttert. Unser tiefstes Beileid und Mitgefühl gilt ihrer Familie und ihren Verwandten, denen wir in dieser schweren Zeit viel Kraft wünschen “, erklärte Kizilkaya.

Begleitet wurde der Islamratsvorsitzende unter anderem vom Generalsekretär des Islamrats, Burhan Kesici. „“ Kesici, der zugleich  Vizepräsident der Islamischen Föderation in Berlin ist, zeigte sich darüber erleichtert, dass die politischen Verantwortungsträger sich der Angelegenheit inzwischen angenommen haben. Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) hatte zuvor die zurückhaltende Reaktion des Kanzleramts scharf kritisiert. „Welche Bedeutung die Bundesregierung dem Fall mittlerweile beimisst zeigt, dass auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) seinem ägyptischen Amtskollegen Ahmed Abul-Gheit einen Brief schrieb“, sagte Kesici. Es sei erfreulich, dass Spitzenpolitiker es deutlich machen, dass neben Ausländerfeindlichkeit auch die Islamophobie in Deutschland keinen Platz hat.

Nach dem Krankenbesuch haben Kizilkaya und Kesici an der Trauerfeier vor dem Dresdner Rathaus teilgenommen. Kizilkaya mahnte politische Konsequenzen an. Er forderte Maßnahmen gegen die Islamfeindlichkeit in Teilen der Gesellschaft. „Es gilt, die Einbindung der Thematik in die allgemeine Antidiskriminierungsarbeit zu erreichen“, sagte Kizilkaya. Eine Kooperation der Antidiskriminierungsstelle des Bundes mit den islamischen Religionsgemeinschaften könne ein erster wichtiger Schritt in Richtung Bewusstseinsbildung sein, erklärte Kizilkaya abschließend.


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