Donnerstag 13. August 2009

International, Türkei, Menschenrechte
Belgien: Türkischer Häftling zu Tode gefoltert

Ein Türkischstämmiger ist in einer belgischen Haftanstalt zu Tode gefoltert worden. Nach einem Streit mit einem Verkehrspolizisten wurde der 31-jährige Mikail Tekin inhaftiert.

In Belgien ist ein Türkischstämmiger in einer Haftanstalt zu Tode gefoltert worden. Offiziell hieß es, dass Mikail Tekin während des Essens erstickt sei. Doch andere Häftlinge waren davon überzeugt, dass Tekin von Wächtern zusammengeschlagen und gefoltert wurde.

 

Die Staatsanwaltschaft untersuchte den Fall und gab nach der Autopsie des Leichen bekannt, dass am Körper von Tekin zahlreiche Wunden festgestellt wurden. Drei Gefängniswächter wurden verhört.

Der Bruder des gefolterteten Toten, Cebrail Tekin berichtet: „Die Polizisten haben nach der Vernehmung meines Bruders ihn zur Gesundheitskontrolle in ein Krankenhaus gebracht. Doch bereits nach einer halben Stunde hätten drei Personen meinen Bruder gewaltsam von dort weggebracht. Auch die belgische Staatsanwaltschaft bestätigt, dass mein Bruder zu Tode gefoltert wurde. Dies ist nun bereits die dritte Todesfolter an Türken in Belgien. Wir werden dafür sorgen, dass Gerechtigkeit walten wird.“

 

Zuletzt habe Cebrail Tekin mit seinem Bruder nach dem Freitagsgebet gesprochen. Er sei zu der Zeit bereits krank gewesen und hätte nicht in ein Gefängnis gesteckt werden dürfen. Das sei vorneweg ein großer Irrtum gewesen. Es bestehe auch hier Klagerecht, sei ihnen mitgeteilt worden, äußerte der Bruder.

 

Kurz nach der Festnahme am Freitagabend um sieben Uhr hätten die Polizisten die Familie des Folteropfers angerufen und mitgeteilt, dass sie den Leichen abholen könnten.

 

Auch kritisierte der Bruder die miserablen Verhältnisse der belgischen Strafvollzugsanstalt. Es würden sich in dem 280-Mann Gefängnis 480 Inhaftierte befinden, hieß es weiter.

 

Auch die Menschenrechtskommission der Europäischen Union sowie Belgiens kritisierten die schlechten Zustände der Haftanstalten in Belgien. Die belgische Regierung hatte zuvor wegen Überladung der Zellen einige Inhaftierte wieder frei gelassen und einige nach Holland überführt. (ab)


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