Immer mehr Lebensmittelkonzerne in Frankreich stellen sich auf das Geschäft mit den so genannten Halal-Produkten ein. Viele französische Läden richten zum Ramadan Angebotstische oder Sonderregale ein. Die Kundschaft für die islamkonformen Produkten sei in Frankreich etwa viermal so groß wie die von Bioprodukten.
Das Geschäft mit den Halal-Produkten wird in Frankreich immer lukrativer. So entdecken unter anderem viele großen Supermarktketten die Bedürfnisse ihrer muslimischen Kundschaft vor allem für den Fastenmonat Ramadan. Die Supermarktkette Casino beispielsweise hat die Marke Wassila für die islamkonformen Produkte eingeführt, bei Carrefour laufen Halal-Produkte unter dem Handelsnamen Sabrina.
Nicht nur in Frankreich, aber auch in Europa und Deutschland wird das Geschäft mit den Halal-Produkten für viele Firmen interessant. In Deutschland gibt es nach Angaben der europäischen Prüf- und Zertifizierungsstelle Halalcontrol in Rüsselsheim schon rund 400 Firmen, die Halal-Produkte anbieten. „Die Tendenz ist steigend. Der Markt wächst jedes Jahr um etwa 16 Prozent. Derzeit wird er auf zwischen 4 bis 5 Milliarden Euro geschätzt“, betont Mahmoud Tatari, der Halalcontrol 2001 mitgründete. Er spricht sogar von einem regelrechten Boom. Bei den Unternehmen wachse das Interesse, auch Produkte speziell für Verbraucher islamischen Glaubens anzubieten. Allein in Deutschland gibt es etwa 3,5 Millionen Muslime, in West-europa sind es rund 20 Millionen.
Halalcontrol zertifiziert nach eigenen Angaben bereits Waren von Nestlé. Den Halal-Stempel tragen aber auch Produkte von Bayer, BASF oder Merck. „Den Hauptanteil machen mit 90 Prozent Lebensmittel aus“, betont Tatari. Europaweit seien bereits deutlich mehr als 4000 Halal-Produkte auf dem Markt.
Laut Schätzungen der Experten verdient das Lebensmittelunternehmen Nestlé mit Halal-Waren bereits mehr als mit Bioprodukten. Der Schweizer Konzern selbst gibt an, allein im vergangenen Jahr damit gut 5 Prozent des Jahresumsatzes erwirtschaftet zu haben. Die Halal-Produktion sei bereits in den 1980er Jahren gestartet worden. Den Zusatz Halal haben mittlerweile auch Getränke, Milchprodukte und Schokolade- insgesamt über 300 Waren. „Von 456 Nestlé-Fabriken weltweit haben rund 75 eine Halal-Zertifizierung mit mehr als 100 eigenen Produktionslinien“, betont Sprecherin Nina Backes.
Die größten Halal-Märkte seien Malaysia, Indonesien und der Mittlere Osten. In Europa seien es Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Laut Nestlé wird die muslimische Bevölkerung im Jahr 2025 gut 30 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Weltweit werde der Umsatz mit islamisch unbedenklichen Lebensmitteln von Experten auf bis zu 2 Billionen US-Dollar beziffert. (ab)
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Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur".




























