Schon die öffentliche Diskussion über ein Verbot hat dazu beigetragen, Frauen mit Kopftuch generell den Weg in den Beruf zu verstellen.“
„Schon die öffentliche Diskussion über ein Verbot hat dazu beigetragen, Frauen mit Kopftuch generell den Weg in den Beruf zu verstellen.“ Mit diesen drastischen Worten warnte Barbara John am Dienstag auf einer Pressekonferenz der Grünen im niedersächsischen Landtag vor einem Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen. „Dies trifft auch Frauen, die einfache Jobs suchen. Das Kopftuch ist zum Kampfzeichen gemacht worden“, sagte John weiter.
John berichtete von Fällen, bei denen muslimische Frauen wegen des Kopftuchs keine Anstellung als Arzthelferin bekommen hätten. Auch als Praktikantin im Kindergarten seien sie abgewiesen worden. 'Das Signal, das von der Diskussion ausgesendet wird, ist verheerend', warnte die frühere Ausländerbeauftragte Berlins.
Die Folge eines Kopftuchverbots könnte die Gründung von Privatschulen werden. Dies würde jedoch die Integration verhindern. „Ein Verbot wird in diesem Fall dazu beitragen, eine islamische Parallelgesellschaft zu schaffen, die es eigentlich verhindern wollte.“
Auch die Grünen-Abgeordnete Rebecca Harms lehnte ein Kopftuch-Verbot ab. Das Klima sei rundum vergiftet. „Gegenüber muslimischen Frauen mit Kopftuch herrscht keine Unbefangenheit mehr“, sagte Harms. „Die Behörden müssen zwar einschreiten, wenn ein muslimischer Lehrer versucht, die Schüler zu indoktrinieren. Für solche Einzelfälle genügt aber das bestehende Schulgesetz“, stellte Harms fest.
In Niedersachsen haben sich CDU, FDP und SPD auf eine Änderung des Schulgesetzes geeinigt, die ein Kopftuch-Verbot ermöglicht. Die Entscheidung soll Ende April im Landtag fallen.
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