„Es ist unerträglich, dass jemand, der kein Kopftuch trägt, beschimpft wird“, sagte der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) am Donnerstag auf einer Veranstaltung der 11. Berliner Islamwoche. Und genauso wenig gebe es einen Freibrief, Kopftuchträgerinnen zu diskriminieren.
Ob das Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen, diskriminiert, war aus dem Vortrag Körtings nicht zu entnehmen. Aber: „Ob es auf Dauer bei einer solchen Regelung bleibt, halte ich für unwahrscheinlich“, betonte der Innensenator und bezweifelte damit die Dauerhaftigkeit des Gesetzes. Das Kopftuch-Urteil habe es vor dem Hintergrund einer Debatte über den politischen Missbrauch von Symbolen gegeben.
Zugleich betonte Körting die Bedeutung der staatlichen Neutralität. „Überall da, wo es eine einheitliche Dienstkleidung gibt und die staatliche Neutralität gefordert ist“, sei das Tragen deutlich sichtbarer religiöser Symbole verboten. Das gelte auch für die jüdische Kippa oder für „ein breites goldenes Kreuz um den Hals eines Richters“.
Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Landes Berlin, Sabine Kroker-Stille, erklärte dem „Tagesspiegel“ gegenüber, dass Frauen, die ein Kopftuch tragen, generell oft benachteiligt werden. „Arbeitgeber in der Privatwirtschaft lehnen sie ab, obwohl es Religionsfreiheit gibt“, so Kroker-Stille. (sa)
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