Dienstag 02. Dezember 2003

Deutschland
„Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation“ – Initiative gegen Kopftuch-Gesetz

Mehr als 70 Frauen haben eine  Initiative gegen ein Kopftuch-Verbotsgesetz ins Leben gerufen. Unter den Unterzeichnerinnen der Initiative finden sich zahlreiche Vertreter von Parteien, Religion und Gesellschaft. Frau Marie-Luise Beck, Ausländerbeauftragte des Bundes, Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. und Elisa Klapheck, Chefredakteurin der „jüdisches Berlin“ sind nur einige aus der langen Liste der Unterzeichner.

In dem Aufruf weisen die Frauen auf den negativen Verlauf der Kopftuch-Diskussion der letzten Zeit hin. Insbesondere das stereotype Gleichsetzen des Kopftuchs mit Fundamentalismus wird von den Unterzeichnerinnen kritisiert. Sie weisen gerade auf die negativen Folgen solch eines Gesetzes auf die betroffenen Frauen hin: „Wenn wir ohne Prüfung der individuellen Motive generell Frauen mit Kopftuch vom öffentlichen Schulleben ausschließen, treffen wir gerade die Frauen, die mit ihrem Streben nach Berufstätigkeit einen emanzipatorischen Weg beschreiten wollen.“
Ein weiterer gewichtiger Vorwurf der Unterzeichnerinnen ist, dass mit solch einem Gesetz gerade die gebotene Gleichbehandlung von Religionsgemeinschaften schaden nimmt: „Jenseits der Frage, ob man für eine striktere Säkularisierung der Institution Schule eintritt oder auch dort die religiöse Pluralität unserer Gesellschaft sichtbar werden lassen will, ist die Gleichbehandlung aller Religionsgemeinschaften verfassungsrechtlich geboten. Eine unterschiedliche Behandlung islamischer Symbole gegenüber den christlichen und jüdischen ist integrationspolitisch äußerst problematisch, verstärkt Konflikte statt sie zu reduzieren. Ein von einem generellen Verdachtsmoment abgeleitetes Kopftuchverbot, das zudem noch geschlechtsspezifisch wirkt, wäre eine religiös bedingte Diskriminierung mit praktischen Berufsausschluss.“

Interessant ist auch die Äußerung Frau Klaphecks in einem Spiegel-Interview zu dem Vorwurf, die Initiative würde sich mit dem Aufruf zu Helfern eines fundamentalistischen Islams machen. Die Kopftuchdebatte würde sie an die erzwungene Assimilation der Juden im 19. Jahrhundert erinnern. Deren Religion sollte in Deutschland auch nur unter der Bedingung akzeptiert werden, dass auf äußere Erkennungsmerkmale verzichtet wird, so Klapheck.


Am 3. Oktober 2011 findet der bundesweite "Tag der offenen Moschee" statt. Unsere Sonderseiten zum...

Nach einer ersten erfolgreichen Spendenaktion hat sich der Vorstand der Islamischen Gemeinschaft...

Angesichts der humanitären Notlage in Somalia hat der IGMG-Vorstand beschlossen, eine Spendenaktion...

Pierre Vogel tritt in Hamburg auf, liest man in der Welt-Zeitung. Vielleicht ein Schaukampf des...

Am 12. Juni hat die Türkei gewählt. Das Ergebnis der seit acht Jahren regierenden AKP (Partei für...

Im Allgemeinen widmeten sich US-Präsidenten in ihrer zweiten und letzten Regierungsperiode dem...

Das vonseiten des IGMG Hilfs- und Sozialverein Hasene errichtete Schulgebäude im pakistanischen...

„Die Stimmabgabe bei Wahlen ist ein hohes Gut und sollte nicht vergeudet werden. Daher rufen wir...

„Gewalt ist unter keinen Umständen tolerierbar. Wir verurteilen jedwede Gewalt mit aller Schärfe....

„Wir haben ihn wahrlich in der Nacht des Schicksals herabgesandt. Und was lässt dich wissen, was...

Bevor man danach fragen kann, wie denn Notfallbegleitung für Muslime aussehen kann, muss erst die...

Sizilien ist die größte Mittelmeerinsel und gehört heute zu Italien. In der Vergangenheit war sie...

Diskriminierung

Keine Nachrichten in dieser Ansicht.

Publikationen

Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur". 

Bestellung

Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Publikationen


Startseite Suchen Impressum Intranet Sitemap Bildergalerie