Freitag 28. August 2009

Ein Hadîth - Ein Gedanke, Glaubenspraxis, Ramadan
Fasten – Mehr als bloße Entbehrung

„Für Gott hat es keine Bedeutung, dass jemand, der das Lügen und den Betrug nicht unterlässt, sich des Essens und Trinkens enthält.“ (Buchârî)

Dieser Hadîth verdeutlicht, was maßgeblich für das Fasten und den Fastenden ist, und durchleuchtet den eigentlichen Sinn, der dem Monat Ramadan obliegt.

 

Sich lediglich des Essens und des Trinkens zu enthalten, ist eine einfache und geistlose Handlung. Die eigentliche Spiritualität entspringt nicht dem bloßen Entsagen von Speise und Trank, sondern der Selbsterziehung und dem Entsagen schlechter Eigenschaften. Der Ramadan versinnbildlicht die Charakterreinigung.

 

Ziel des Ramadan ist es unter anderem, sich am Ende des Monats von Lastern befreit zu haben und sich über schlechte Wesenszüge und deren Konsequenzen klarzuwerden. Diese Eigenschaften sollte sich der Muslim auch außerhalb des Ramadan, im Alltagsleben, zu Eigen machen.

 

Im Ramadan wird der Muslim jedes Jahr von Neuem angeleitet, intensiver über den Sinn und die Bedeutung des Lebens und des Jenseits zu reflektieren, um sich somit seine Gedankenwelt für das Jahr über „erfrischt“ zu haben und von Neuem die Wichtigkeit, einen edlen Charakter anzustreben, erkannt zu haben.

 

Während die Gedanken des Fastenden frei von natürlichen Bedürfnissen, wie des Essens und Trinkens, und Lastern, wie der üblen Nachrede sind, sind der Fastende und sein Geist natürlicherweise beflügelt in sich zu kehren und die Gabe des Verstandes, des eigenen Willens, sowie die der Gemeinschaft und der Familie wertzuschätzen. (sk)

 

 

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