Sonntag 27. September 2009

Deutschland, Türkei
Häftlinge klagen über Diskriminierungsfälle in Hamburger Gefängnissen

Türkische Häftlinge der Justizvollzugsanstalt in Hamburg-Fuhlsbüttel klagen über Ausländerfeindlichkeit und schlechte Haftbedingungen.

Im Interview mit der türkischen Nachrichtenagentur “Anadolu Ajans” klagten türkische Häftlinge über  Ausländerfeindlichkeit in Hamburger Gefängnissen. “Vor sieben Monat brach ein Streit zwischen türkischen und deutschen Insassen aus. Die deutschen Insassen bekamen leichtere Strafen obwohl sie in gleichem Maße schuldig waren. Die Wärter messen mit zweierlei Maß und sind vorurteilsbehaftet gegenüber Türken.”, so der Insasse Aydemir Harundag.

 

Insbesondere in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg habe er schlechte Behandlung erfahren. “Ich wurde in Einzelhaft genommen. Selbst zum Schlafen wurden mir die Handschellen nicht entfernt. Ich hatte kaum Kontakt zu anderen Menschen.”

 

 Der 30-jährige berichtete zudem, dass er in Fuhlsbüttel eine Woche Isolationsstrafe und sechs Monate Besuchsverbot bekam, weil ein Handy bei ihm vorgefunden und ihm Unruhestiftung vorgeworfen wurde. Ein deutscher Häftling sei für dasselbe Vergehen nur mit einer Woche Isolationshaft bestraft worden.     

 

Der Häftling Yavuz Keles findet es bedauerlich, dass keine türkischen Fernsehsender und türkische Zeitungen zur Verfügung gestellt werden.

 

Ferner bemängelte er die Haltung der türkischen Politiker, die sich seiner Ansicht nach zu wenig für die türkischen Insassen einsetzten. Marco W. habe hingegen während seiner Inhaftierung in der Türkei großes mediales Interesse und Anteilnahme von den deutschen Politikern erfahren.

 

Der 46-jährige F. A. kritisierte die Kontaktarmut im Gefängnis. “Wir dürfen nur einmal pro Woche für knapp zwei Stunden Besucher empfangen. Die Mahlzeiten finden in den Zellen statt. Abends werden um 18:30 die Zellen geschlossen.” 

 

Seit der Regierungsübernahme der CDU in 2002 hätten sich die Haftbedingungen verschlechtert. Soziale Aktivitäten und Sportangebote seien gestrichen worden.

Auch die Weiterbildungsmöglichkeiten seien gering. Die Ausbildungsstellen seien gekürzt worden. Zudem würde die Möglichkeit, die Mittlere Reife und das Abitur im Gefängnis nachzuholen nicht mehr bestehen. (fy)


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Diskriminierung

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