Von: Redaktion

Dienstag 18. August 2009

Kurz-Kommentar
Verdächtige Nichtwähler und Polizeikontrollen vor der Kirchentür

Nach wie vor werden in Niedersachsen ausschließlich Muslime ohne jeden Anlass einer polizeilichen Personenkontrolle unterzogen. Es handelt sich um sog. präventive Maßnahmen gegen den Terrorismus, den „islamistischen“ Terrorismus natürlich. Präventiv bedeutet hierbei vorbeugend, d.h. verdachtsunabhängig – ohne jeglichen Anlass also.

Wo wird man denn „islamistische“ Terroristen“ am ehesten finden, wenn nicht in der Moschee, muss sich der zuständige Innenminister von Niedersachsen wohl denken. So scheint es bei dieser Einbildung wohl nicht verkehrt zu sein, dass schwer bewaffnete Polizeibeamte sich nach den Freitagsgebeten unmittelbar vor die Moscheen stellen und diejenigen, die nach dem Gebet die Moschee verlassen, einer Personenkontrolle unterziehen. Zudem kann man mit solchen Maßnahmen ja auch der Bevölkerung das Gefühl zu geben – so zumindest manche Äußerungen - die Polizei sei aktiv und tue etwas gegen die terroristische Bedrohung. Was soll sie denn also sonst tun, wenn nicht zuerst an die Moschee denken. Die Polizei kann ja nicht vor ALDI kontrollieren, da ist die Konzentration der Muslime etwas geringer, oder?!

 

So sehr man seine Späßchen darüber machen kann, das Unrecht der Maßnahmen ist nicht zu unterdrücken. Den zuständigen Innenminister mag die Gefühlslage der betroffenen Menschen offenbar wenig interessieren. Politisch braucht er sich sowieso darüber keine Gedanken zu machen, kann er doch die verhältnismäßig geringe Anzahl der deutsch-muslimischen Wähler vernachlässigen. Der große Teil der Moscheebesucher, die solche entwürdigenden Maßnahmen über sich ergehen lassen müssen, sind sowieso „Ausländer“. Und die wenigen werden im Zweifel ohnedies nicht die CDU wählen, wird er sich vielleicht denken.

 

Aber was ist mit dem Unrecht, der geschieht? Was ist mit den Menschen, die wie potenzielle Straftäter behandelt werden? Was sollen die Nachbarn über eine Gemeinde denken, die wie ein Terrorzentrum behandelt wird? Wie soll in dieser Atmosphäre Harmonie entwickelt werden?

 

Und wie wäre es, wenn solche Aktionen Sonntag‘s unmittelbar vor den Kirchen stattfinden würden.

 

Würden die Öffentlichkeit, die politischen Parteien und die „kritischen“ Medien auch dann wegschauen?

 

Es braucht nicht viel, nur ein bisschen Empathie um Unrecht als solche zu erkennen.


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