Die französische Wirtschaftszeitung „La Tribune” berichtet in der Montagsausgabe, dass sich Frankreich um die Einführung islamischer Finanzprodukte bemüht. Das Wirtschaftministerium prüfe derzeit entsprechende Anpassungen der Rechtslage.
Die Regierung beabsichtige damit, Investoren aus der islamischen Welt nach Frankreich anzuziehen. Einer Studie der Finanzagentur Standard & Poor’s zufolge hätte Frankreich auch gute Aussichten, sich zum Finanzplatz für islamische Produkte in Europa zu entwickeln.
Insbesondere in den Golfstaaten sollen Anleihen im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar auf den Markt kommen. Khalid Yousaf vom Dubai International Financial Centre erklärte vergangenes Jahr, dass die Regierung von Dubai neue Bauvorhaben und andere Projekte in Dubai im Wert von rund 200 Milliarden US-Dollar plane, die durch islamische Anleihen finanziert werden sollen. Europäische und amerikanische Banken, wie BNP Paribas, die Citygroup, die Deutsche Bank und HSBC bauen deshalb ihre Kapazitäten auf dem Markt für islamische Anleihen regelmäßig aus.
In Deutschland vernachlässigten die Institute hingegen „ein aussichtsreiches Marktsegment des Privatkundengeschäfts“, sagt Klaus-Peter Gushurst von der Unternehmensberatung Booz der „Frankfurter Rundschau“. Er beziffert das Marktpotenzial auf rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr. Der Spezialfonds Al Sukoor, den die Commerzbank im Jahr 2000 aufgelegt hatte, sei allerdings mangels Nachfrage inzwischen wieder aufgelöst worden. Zum ersten Mal vertrieb eine Bank in Deutschland damit einen Fonds, der sich an islamischen Grundsätzen orientierte. (sa)
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