Von: Menderes Singin

Dienstag 15. September 2009

Gemeinschaft, Deutschland
Ehrhart Körting: „Es ist mir eine Freude am Iftar teilzunehmen“

An dem Iftar-Empfang des Berliner IGMG-Verbandes nahm auch Innensenator Ehrhart Körting teil. Der Dialog mit der IGMG und den Muslimen muss verstärkt werden, so Körting, der es als Freude empfand am Iftar-Essen teilzunehmen.

Neben dem Berliner Innensenator Ehrhart Körting waren auch der türkische Generalsonsul Mustafa Pulat, IGMG-Generalsekretär Oğuz Üçüncü, der Vorsitzenden der Islamischen Föderation in Berlin Mevlüt Başkaya, der Berliner ReligionsattachéHayri Yaşar, MÜSIAD-Vorstand Ali Uzun, die ehemalige Ausländerbeauftragte Barbara John, Vertreter verschiedener muslimischer Staaten, der Senatsabgeordnete Ozcan Mutlu, der Vorsitzende der „Alperen Ocakları“ Mustafa Inan und zahlreiche Vertreter anderer ziviler Organisationen anwesend.  

 

In seiner Rede warb Ehrhart Körting für ein besseres Verständnis des Islams und brachte seine Zufriedenheit zum Ausdruck, Gast beim Iftar-Empfang sein zu können. Der Ramadan sei der Monat des Friedens. Um diesen Frieden zu festigen, müsse die Zusammenarbeit mit der IGMG verstärkt werden, so der Innensenator. Gegenseitiges Verständnis und Toleranz seien dabei eine notwendige Voraussetzung. Der Islam sei für die deutsche Gesellschaft aber eine neue Religion, weshalb etwa Moscheebauten als neue Erscheinungen wahrgenommen werden.

 

Der türkische Generalkonsul Mustafa Pulat wies darauf hin, dass der Ramadan eine Zeit des Teilens und der Solidarität sei. Er forderte ferner die in Deutschland lebenden Migranten dazu auf, sich an den Wahlen am 27. September zu beteiligen. Des Weiteren sprach Pulat die Arbeitslosigkeit und die Mängel des Bildungssystems an. Diese müssten in Zusammenarbeit mit den Migrantenorganisationen, deren Arbeit in diesem Breich zu würdigen sei, angegangen werden.

 

Der ReligionsattachéHayri Yaşar warnte vor einem allgemeinen Werteverfall, Egoismus, Gewalt und Terror. Der Ramadan sei eine Gelegenheit diesen Phänomenen wirkungsvoll entgegenzutreten.

 

Indes sagte der IGMG-Generalsekretär Oğuz Üçüncü in seiner Rede, dass man sich als IGMG nicht nur gegen Ungerechtigkeiten gegenüber dem Islam und den Muslimen wehre, sondern auch gegen jede Art von Ungerechtigkeit gegenüber anderen Religionen und deren Anhängern. Üçüncü betonte ferner, dass man sich gegen jede Art von Gewalt stelle, sei es Terrorismus oder Gewalt in der Familie. Er sei besorgt, dass diese mit dem Islam in Verbindung gebracht werden oder dem Islam gar angehängt werden. „Wir verurteilen auch die Menschenrechtsverletzungen im Irak und in Afghanistan“ sagte der IGMG-Generalsekretär und fügte hinzu, dass die IGMG stets auf der Seite der Unterdrückten, der ungerecht behandelten Menschen sein werde, egal welcher Religion dieseangehören mögen.

  

Oğuz Üçüncü rief ferner zu mehr politischer Beteiligung auf und forderte sich gegen jene zu stellen, die die Demokratie mit Füßen treten. Die Lösung der Probleme der Muslime sei schließlich an die politische Partizipation gebunden, so Üçüncü.

 

Auch im Bereich der Bildung leite die IGMG wichtige Projekte. So werde die Jugend ermutigt, zu studieren und ein Diplom zu erwerben. Man müsse von den Möglichkeiten dieses Landes Gebrauch machen, sagte der IGMG-Generalsekretär und forderete die Eltern auf zu sich selbts zu hinterfragen, weshalb Jugendliche die Schule verlassen, ohne einen Abschluss erworben zu haben. Die IGMG sei bereit alles notwendige zu tun, um derartige Probleme zu lösen.

 

Abschließend sprach der Vorsitzende des IGMG-Landesverbandes Siyami Öztürk zu den Gästen. Der Islam sei nicht nur eine am Jenseitigen interessierte Religion. Deshalb müsse man gegen jede Art von Ungerechtigkeit und gegen Vorurteile ankämpfen, sagte Öztürk. Nach dem 11. September sei das Leben für Muslime schwerer geworden, muslimische Frauen mit Kopftuch würden diskriminiert. Um sich gegen diese Ungerechigkeit zu wehren, müssten alle Seite zusammenarbeiten. Der Landesverbandsvorsitzende sagte weiter, man müsse zum Ursprung des Islams, also den Frieden, zurückfinden und einen respektvollen Dialog führen. „Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, denen Ungerechtigkeit wiederfährt, egal auf welchem Teil der Erde. Dies sehen wir als Verpflichtung“ sagte Öztürk abschließend und beglückwünschte die Muslime zum bevorstehenden Ramadanfest. (am)

 


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