Nach einer Anordnung durch die libyschen Behörden muss das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) seine Arbeit in Libyen vorerst einstellen. Wie die Organisation mitteilte, hatten Behörden in Tripolis das UN-Hilfswerk bereits in der vergangenen Woche aufgefordert, das Land umgehend zu verlassen.
Melissa Fleming, eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerk, beklagte, die Schließung des Büros werde "eine große Leere" für die Flüchtlinge hinterlassen. Sie hoffe jedoch, dass die Entscheidung der Regierung in Tripolis nur vorübergehend sei.
Unterdessen hieß es aus dem libyschen Außenministerium, man habe bereits mehrfach darauf hingewiesen, die Genfer Flüchtlingskonvention nicht anzuerkennen. Die UN-Vertretung sei seit 2001 in einer besonderen Situation im Land geduldet worden, seit dem aber durch "illegale Aktivitäten" aufgefallen.
Der nordafrikanische Staat Libyen ist vor allem für Flüchtlinge aus Ländern südlich der Sahara ein Sammelbecken, die versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Da die libyschen Behörden die Flüchtlinge nicht registrieren, hat das UNHCR dies übernommen. So kamen nach Angaben Flemings bereits rund 9000 Flüchtlinge aus dem Irak, dem Sudan, Somalia und weiteren afrikanischen Ländern mit dem Ziel nach Libyen und von dort nach Europa zu gelangen. Zudem gebe es 3700 Asylsuchende, vorwiegend aus Eritrea. (ab)
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