andalusien messe

Von: Özlem Nas

Mittwoch 11. November 2009

Kommentar
„Glücklichster Tag und Schicksalstag in einem“ - 20 Jahre Mauerfall und 71. Jahrestag der Pogromnacht

20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wurde am 9. November ein Fest der Freiheit in Berlin gefeiert, denn am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Staats- und Regierungschefs aus rund 30 Staaten zu den Jubiläumsfeiern empfangen.

Sie nannte den 9. November 1989 den „ glücklichsten Tag der jüngeren deutschen Geschichte". Die US Außenministerin Hillary Clinton und der russische Präsident Dmitri Medwedew nahmen an den Feierlichkeiten in der deutschen Hauptstadt teil.

 

Der  9. November im Jahr 1938 war im wahrsten Sinne des Wortes kein glücklicher sondern ein dunkler Tag in der deutschen Geschichte. Am 9. November brannten zahllose Synagogen in Deutschland, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden überfallen, demoliert und geplündert. Jüdinnen und Juden wurden von antisemitischen Deutschen verfolgt, gedemütigt und ermordet. Etwa 30.000 wurden in Konzentrationslager verschleppt. Die vom NS-Regime gesteuerte Gewalt der Pogromnacht bildete den Auftakt auf dem Weg zu Deportation und Vernichtung, zum organisierten Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden im Dritten Reich.

 

Der „glücklichste Tag der jüngeren deutschen Geschichte“ kann nicht ohne das Erinnern an den „dunklen Schicksalstag“ der Pogromnacht gefeiert werden, denn rassistische Übergriffe, die im jüngsten Beispiel zum Tod einer muslimischen Frau in einem deutschen Gerichtssaal führten sind dem deutschen Alltag nicht fremd.

 

 

Diskriminierungen, Drohbriefe an Politiker und Politikerinnen mit Migrationshintergrund, Rassismus in deutschen Schulen gehören zum deutschen Alltag. Proteste gegen Moscheebauten, Blutbomben (statt der bekannten Farbbomben) die an die Wände von Moscheebauten geworfen werden, Schweinsaugen am Eingang von Moscheen und Grabschändungen

 

Kurz vor der Pogromnacht wurde Dresden erneut Schauplatz eines fremdenfeindlichen Übergriffes. Das Gemeindezentrum der Neuen Synagoge in Dresden ist in der Nacht zum Sonntag mit Hakenkreuzen und verfassungsfeindlichen Parolen beschmiert worden. Das Landeskriminalamt in Sachsen teilte mit, dass die Schriftzüge sich gegen die Jüdische Gemeinde richteten, was ja ohnehin augenscheinlich ist.

 

Bei allem Frohsinn und bei aller feierlichen Stimmung über das Jubiläum des Mauerfalls ist die Erinnerung an die Pogromnacht und die Vergegenwärtigung, dass Rassismus gegen Minderheiten und insbesondere gegen die muslimische Minderheit in Deutschland immer selbstverständlicher und offenkundiger wird von großer Bedeutung.


Am 3. Oktober 2011 findet der bundesweite "Tag der offenen Moschee" statt. Unsere Sonderseiten zum...

Nach einer ersten erfolgreichen Spendenaktion hat sich der Vorstand der Islamischen Gemeinschaft...

Angesichts der humanitären Notlage in Somalia hat der IGMG-Vorstand beschlossen, eine Spendenaktion...

Pierre Vogel tritt in Hamburg auf, liest man in der Welt-Zeitung. Vielleicht ein Schaukampf des...

Am 12. Juni hat die Türkei gewählt. Das Ergebnis der seit acht Jahren regierenden AKP (Partei für...

Während man einerseits immer noch die Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland diskutiert, wird auf...

Der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG), Kemal Ergün, besuchte gemeinsam...

Unter der Federführung von Adnan Sağlam, Leiter der IGMG-Abteilung für Soziale Dienste des...

Stuttgart lud anlässlich der 50-jährigen Einwanderung nach Deutschland ein. An der Veranstaltung...

In der islamischen Tradition wird die vorislamische Zeit auf der arabischen Halbinsel als...

Sizilien ist die größte Mittelmeerinsel und gehört heute zu Italien. In der Vergangenheit war sie...

Die Lebensweise des Propheten (Sunna), die sich in der Gesamtheit der überlieferten Hadithe...

Diskriminierung

Keine Nachrichten in dieser Ansicht.

Publikationen

Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur". 

Bestellung

Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Publikationen


Startseite Suchen Impressum Intranet Sitemap Bildergalerie