Von: Ali Mete

Samstag 28. November 2009

Verband, KurbanKampagne
Opfertierkampagne in Kolumbien II – „Mezquita Omar Ibn Al Khattab“

In Kolumbien sollen etwa 10.000 Muslime leben. Die meisten von ihnen sind Migranten aus arabischen Ländern wie dem Libanon, Palästina und Syrien. Es gibt einige kleine muslimische Organisationen und Moscheen in San Andrés, Bogotá, Guajira, Nariño und Santa Marta. Die größte Moschee – und nach der in Caracas/Venezuela befindlichen Moschee die zweitgrößte in Lateinamerika – befindet sich jedoch in Maicao. Diese Stadt im äußersten Norden des Landes nahe der Grenze zu Venezuela ist deshalb unsere erste Anlaufstelle, nachdem wir in der Hauptstadt Bogotá angekommen waren.

Die „Mezquita Omar Ibn Al Khattab“ wurde erst 1997 mit der finanziellen Unterstützung der ansässigen Geschäftsleute an die Stelle des ehemaligen kleinen Gebetsraumes erbaut, erklärt uns Hassan Jomaa, Rektor der Privatschule (Dar Alarkan School), die direkt an die Moschee angefügt wurde – der Hinterhof der Moschee ist quasi der Pausenhof. Die Schule, in der neben dem staatlichen Pflichtfächern auch Arabisch- und islamischer Religionsunterricht erteilt wird, soll die beste der ganzen Stadt sein. Noch vor einigen Jahren hätte sie aber vielmehr Schüler gehabt. Ohne die Unterstützung der Moschee und der Geschäftsleute, die hier leben und arbeiten, würde sie seit einigen Jahren nicht mehr über die Runden kommen können.

„Das, was uns aber mehr fehlt, als das Geld, sind qualifizierte Lehrer, die unseren Schülern eine Perspektive vermitteln und religiöse Orientierung geben können.“ erklärt Hassan Jomaa, der neben seinem Rektorposten zusammen mit seiner Familie noch ein Geschäft betreibt.

Wir fragen nach der Situation der Muslime in der Gesellschaft. Die arabisch-muslimische Bevölkerung sei eine recht autonome Gemeinde, die aber in das gesellschaftliche Leben involviert sei. Der kolumbianische Staatspräsident habe die Moschee schon zweimal besucht. Ein anderer Geschäftsinhaber, der zur Zeit des Bürgerkriegs im Libanon nach Kolumbien gekommen ist, sagt, dass er keinerlei Diskriminierung kenne. Niemals habe ihn jemand aufgrund seiner Herkunft oder Religion angefeindet oder gemieden. Er könne mit jedem auf gleicher Augenhöhe in Kontakt treten.

Mag es aufgrund der relativ geringen Zahl der in Maicao lebenden Muslime sein, mag es am Grund ihres Daseins – viele flohen vor (Bürger-)Kriegen –, uns kommt es so vor, als handle es sich bei der muslimischen Gemeinde in Maicao um eine Enklave. Jedenfalls zählen die meisten von ihnen nicht zu den ärmeren der Bevölkerung, weshalb wir beschließen, lediglich eines unserer Opfertiere hier schächten und an arme Familien verteilen zu lassen. Diese Arbeit gehöre ohnehin zu den Aktivitäten der muslimischen Gemeinde in Maicao.


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Diskriminierung

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