Donnerstag 11. Februar 2010

Deutschland
Report München relativiert eigenen Beitrag zur IGMG

Das Magazin Report München hat in einer aktuellen Presseerklärung den eigenen Beitrag über die IGMG relativiert. So hätten sie in dem Beitrag nicht die Behauptung aufgestellt, „die IGMG würde in ihren Schulungsmaterialien Terror- und Gewaltvideos verbreiten, die unter anderem auch den Einsatz von Waffen und Hinrichtungen von Gefangen zeigen“. Dabei scheint die Redaktion den eigenen Beitrag nicht mehr in Erinnerung zu haben.

So behauptet report München in dem Beitrag vom 8. Februar von Anfang an, dass es sich bei dem Inhalt des Datenträgers um Material der IGMG handelt. Demnach heißt es schon in der Anmoderation: „Doch neue, bislang völlig unbekannte interne Dokumente, die Report MÜNCHEN exklusiv vorliegen, werfen ein bezeichnendes Licht auf die größte islamistische Organisation in Deutschland.“ 

Zudem besteht der Beitrag von Report München nicht nur aus dem Manuskript, sondern gerade auch aus dem Bildmaterial. Gerade über die Wirkung des Zusammenspiels dieser audio-visuellen Inhalte müsste sich Report München bewusst sein. In dem Video-Beitrag werden nämlich gewaltverherrlichende Videos mit Arbeitsplänen und Präsentationsmaterial der IGMG derart vermengt, dass der Eindruck zwingend ist, es handele sich ausnahmslos um Materialien der IGMG. 

Die Wirkung, die die audio-visuellen Inhalte im Zusammenspiel mit dem Manuskript entfalten sollen, kann eindeutiger nicht sein. Eine Umfrage unter report München Zuschauern dürfte die Wirkung von derart zusammengestellten Inhalten offen zutage bringen. 

Dem Zuschauer, Leser und Hörer wird offen vermittelt, dass die brutalen Videos Teil der „internen Dokumente“ der IGMG sind und einen direkten Bezug zur IGMG haben, denn bei den Materialien soll es sich um Inhalte aus dem „internen Datenträger einer Milli Görüs-Vereinigung in Süddeutschland handeln“. Dazu wird ein so bezeichneter „Experte für islamistische Ideologien“ namens Ralph Ghadban eingeblendet, der den willkommenen Anlass gerne aufnimmt und äußert, dass die Inhalte authentisch seien und der IGMG zugerechnet werden können. 

Die Videos stellen Gewalt dar und haben volkverhetzende Inhalte. Insofern handelt es sich um Straftaten, sofern die Videos tatsächlich als Präsentation von irgendwelchen Personen verwendet wurden, wie Report München dem Zuschauer glauben machen will. Neben dem Straftatbestand der Gewaltdarstellung sind die Inhalte in besonderer Weise geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören bzw. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufzustacheln. In diesem Zusammenhang bleibt die Frage im Raum, wer dieses Material zusammengestellt hat, um gegen die IGMG im Besonderen und der Muslime im Allgemeinen aufzustacheln.  

Auch die weiteren Inhalte der Sendung haben nicht das Geringste mit der IGMG zu tun. So beispielsweise die die Präsentation mit dem Titel "Die Wahrheit über Israel" und die lautet: Israel ist schlimmer als Nazi-Deutschland.“ 

So werden auch die weiteren Präsentationen wie die Publikation „Gerechte Wirtschaftsordnung“ von der IGMG weder verantwortet noch von ihr vertreten.  

Zur Machart des gesamten Beitrags passt auch die im Anschluss gezeigte Webseite. Entgegen der Behauptung handelt es sich nicht um die Homepage einer IGMG-Organisation. Die Inhalte werden von der IGMG weder verantwortet noch vertreten. 

Ein weiteres Beispiel mit ähnlichem Strickmuster. So wird behauptet: „Auf der zugespielten Festplatte findet sich zuhauf Schulungsmaterial zu dem undemokratischen System HAK und BATIL. Zu Hak gehören alles Anhänger von Milli Görüs. Zu Batil gehört beispielsweise die parlamentarische Demokratie.“

Dabei versucht die Redaktion in ihrer Presseerklärung noch damit nachzulegen, dass die IGMG in ihrer Pressemitteilung „die Verwendung antidemokratischer ideologischer Begrifflichkeiten nicht abstreitet“. Unterdrückt wird natürlich, dass in der Erklärung der IGMG explizit klargestellt wird, dass die in dem Beitrag der IGMG zugerechneten antisemitischen und demokratiefeindlichen Aussagen „in keiner Weise die Aussagen der IGMG wiedergeben. Diese Inhalte werden weder von der IGMG verantwortet, noch macht sich die IGMG diese zu Eigen. Im Gegenteil, diese Ansichten werden von der IGMG seit Jahren öffentlich abgelehnt und verurteilt. Es verwundert nicht, dass die Redaktion diesen Passus überlesen hat. 

Dass selbst die Behauptung, der IGMG wäre die Möglichkeit zur Stellungnahme „zu den konkreten Inhalten des Beitrags“ gegeben worden, nicht stimmt, dürfte nach einem Blick in den von den Autoren zugesandtem Fragebogen klar werden. Weder gibt es dort einen Hinweis auf einen vermeintlich „internen Datenträger“, noch auf die Terrorvideos, die von der IGMG verbreitet worden sein sollen. Die Anfrage geht insoweit nicht über das Stellen von tendenziösen, rhetorischen Fragen hinaus (siehe Anlage). Vertreter der IGMG werden insofern sicherlich dann keine Statements abgeben, wenn ihnen Journalisten mit Methoden ohne jede journalistische Ethik und moralische Maximen gegenüberstehen, von denen man weiß, dass sie Äußerungen nicht frei von Missbrauch wiedergeben werden.  

Im Ergebnis ging es Report München offensichtlich um die Verleumdung der IGMG, ihres Vorstands sowie ihrer Mitglieder. Ob sie dabei alleine gehandelt haben, von angeblichen Informanten in die Irre geführt wurden oder bewusst mit ihnen zusammen gewirkt haben, wird die Ermittlung der Staatsanwaltschaft ergeben. 


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