Seit 2001 ist der nigerianische Landesteil Plateau immer wieder Schauplatz von blutigen Unruhen. Bei den letzten Unruhen in der vergangenen Woche kamen rund 2000 Menschen ums Leben. Der OIC-Generalsekretär verurteilte den Vorfall. Experten, die sich mit der Region auskennen, berichten, dass die Unruhen auf ethnische Konflikte zurückzuführen sind. Entgegen weitläufiger Annahmen seien sie nicht religiöser Natur.
Bei dem Massaker in der Nähe von Jos waren den letzten Berichten zufolge rund 500 Menschen, meist Christen, gestorben. Zuvor waren es rund 300 Muslime, die bei den Unruhen im Januar ums Leben gekommen waren. Muslimische Organisationen Nigerias verurteilten das Blutbad. „Ein Muslim ist in keinster Weise berechtigt, eine Gewalttat dieser Art auszuführen.“
Professor Lakin Akintola von der Lagos State Universität sagte unterdessen, dass Muslime und Christen nicht wegen Gebetseinrichtungen und des Konvertierens in Konflikt geraten seien. Der Grund dafür sei nicht religiösbedingt, sondern er liege vielmehr in der ethnischen Gruppierung zwischen den Beromen und den Haussa-Fulanis im Landesteil Plateau.
Sie würden damit die politische und wirtschaftliche Oberhand im Land an sich reißen wollen, so Akintola weiter. Beide ethnischen Gruppen würden mit ihren Gewaltakten jedoch vielmehr den Religionen Islam und Christentum schaden.
Auch die Organisation Human Rights Watch forderte von der nigerianischen Regierung eine baldige Lösung der Konflikte.
OIC-Generalsekretär kritisiert das Blutbad aufs Schärfste
Auch der Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), Ekmeleddin Ihsanoglu, kritisierte die blutigen Unruhen aufs Schärfste und forderte die Behörden auf, sich unverzüglich mit dem Vorfall zu befassen und Schuldige zu stellen.
Außerdem rief er das nigerianische Volk auf, Ruhe zu bewahren und Gewaltszenen zu vermeiden.
Nur durch Dialog sei eine Vereinigung des Volkes möglich und der gesellschaftliche Frieden herstellbar, sagte Ekmeleddin Ihsanoglu. (ab)
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