Dienstag 29. Juni 2010

International, Palästina
Europarat: Israel soll Gaza-Blockade aufheben

Die Parlamentarische Versammlung des Europarates rief Israel auf, die Gaza-Blockade aufzuheben. Die Ankündigung Israels, die Blockade teilweise zu lockern, wurde begrüßt und als erster Schritt in die richtige Richtung bewertet. Nichtsdestotrotz müsse die Einfuhr von notwendigen Gütern über Land und See in vollem Umfang gewährleistet werden.

Die Zugeständnisse von israelischer Seite sind das Ergebnis des massiven internationalen Drucks, dem sich das Land nach dem Angriff auf das türkische Hilfsschiff Mavi Marmara“, bei dem neun Friedensaktivisten getötet wurden, ausgesetzt sieht. Die EU-Versammlung beurteilte den israelischen Angriff auf die Hilfsflotte als „offenkundig unverhältnismäßig” und als eine Verletzung des Völkerrechtes. Die 47 Mitglieder des Europarates forderten die israelische Regierung auf, die Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft zu suchen und „unverzügliche, internationale, unparteiische und transparente Untersuchungen” zur Beleuchtung der Vorgänge einzuleiten.

 

Piero Fassino, italienisches Mitglied des EU-Rates, sagte bei der Vorstellung des Entschlusses, dass die Aufhebung der Blockade „wesentlich“ für die Wiederaufnahme des Dialogs sei und maßgeblich zur Entschärfung von Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern beitragen könne.

 

Indes haben anlässlich des dritten Jahrestages der Gaza-Blockade internationale Hilfsorganisationen auf die schlechten Verhältnisse in dem Palästinenser-Gebiet hingewiesen. Die Blockade habe dramatische Auswirkungen auf das Leben der 1,5 Millionen Menschen, so der Bericht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Es wurde deutlich gemacht, dass es keine Lösung sei, lediglich die Einfuhr von Hilfsgütern zu sichern. Um zu einer dauerhaften Lösung zu gelangen, sei die Aufhebung der Blockade notwendig.

 

Dem dürfte das israelische Sicherheitskabinett nicht offen gegenüber stehen. Die Seeblockade soll auch zukünftig aufrecht erhalten werden, da jede Lockerung, mit den Worten des Leiters des Schabak-Geheimdienstes, Juval Diskin, „eine gewaltige Lücke in die Sicherheit“ reißen und „eine gefährliche Entwicklung für Israel“ bedeuten würde.

 

Israel lädt EU-Vertreter zu Besuch in den Gaza-Streifen ein

 

Trotzdem macht sich eine Kehrtwendung in der israelischen Blockade-Politik bemerkbar. So lud der Außenminister Israels, Avigdor Lieberman, EU-Spitzenpolitiker, darunter Vertreter aus Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien, zu einem Besuch des Gaza-Streifens ein, um sich selbst über die Situation vor Ort zu informieren. Bisher wurde dies trotz wiederholter Forderungen der Europäischen Union, Zugang zum Gaza-Gebeit zu bekommen, nur wenigen erlaubt, darunter UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton. Begründet wurde diese Haltung mit der Befürchtung, durch solche Besuche könnte die HAMAS diplomatisch und politisch aufgewertet werden. Auch bei dem nun angekündigten Besuch der EU-Vertreter soll es zu keinem Gespräch mit HAMAS-Vertretern kommen.

 

Guido Westerwelle erklärte, der Einladung zu folgen und bewertete die Lockerung der diplomatischen Blockade als „einen Politikwechsel in Sachen Gaza“. Noch vor kurzem hatte Israel dem Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) die Einreise in den Gazastreifen verweigert. Niebel kritisierte diese Entscheidung heftig und bezeichnete sie als einen „großen politischen Fehler“. Der Entwicklungshilfeminister plante im Rahmen seiner Nahost-Reise den Besuch einer Kläranlage im Gazastreifen, das mit deutscher Entwicklungshilfe finanziert wird. (am)


Ramadan

Kalender 2010

Deutschland
International

Liebe Leserinnen und Leser, jeden Tag im Monat Ramadan finden sie ein neues Bittgebet aus dem Koran...

Liebe Leserinnen und Leser, damit sie alle interessanten Artikel zum Thema Ramadan immer...

Liebe Leserinnen und Leser, wir haben unsere Fitra und Zakat-Seite komplett überarbeitet. Schauen...

Der Kultur- und Sozialanthropologe Prof. Dr. Werner Schiffauer sprach auf dem internationalen...

Im Rahmen des zweitägigen Symposiums „Kontextwandel und Bedeutungsverschiebungen - Die Ambivalenz...

Die Studie „Kinder und Jugendliche in Deutschland: Gewalterfahrungen, Integration, Medienkonsum“...

Die IGMG-Gemeinde Herne organisierte in den Sommerferien für die Schülerinnen und Schüler einen...

Die Ramadan-Veranstaltungen des Kulturzentrums Tuğra in Gelsenkirchen stoßen auf großes...

Am Sonntag, dem 22. August, führte das IGMG-Hilfsteam in Pakistan die Verteilung von mehr als 1.000...

Zu den Erfindungen und Beiträgen muslimischer Wissenschaftler zählen auch die Errungenschaften im...

Das Wort „Hadsch“ bedeutet Absicht, Hinwendung und Wanderung. Im islamischen Sinne ist damit die...

Der Koran wurde dem Propheten Muhammad (saw) in einem Zeitraum von 23 Jahren offenbart. Dieser...

Diskriminierung

Keine Nachrichten in dieser Ansicht.

Download Verbandstext
Juli 2010
  • Monotheistische Religionen und die Hauptthemen des Korans
  • „Ein Drittel des Korans“
  • Was für einen Bundespräsidenten?

Öffnet internen Link im aktuellen Fensterzum Archiv

Publikationen

Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur". 

Bestellung

Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Publikationen


Startseite Suchen Impressum Sitemap Bildergalerie