Bei dem Treffen zwischen Außenminister Westerwelle und seinem türkischen Amtskollegen Davutoğlu kritisierte letzterer das Verbot der IHH durch Deutschland. In der deutschen Presse wurde diese Kritik des türkischen Außenministers unterschlagen. Akzeptiert wurde das Verbot von Davutoğlu nicht.
Sein Amtskollege Westerwelle hätte bestätigt, dass die IHH in Deutschland und die IHH in der Türkei als unterschiedliche Organisationen angesehen werden, so Davutoğlu. Die IHH in der Türkei gehörte zu den Organisatoren der Friedensflotilla nach Gaza und stellte das Schiff Mavi Marmara, auf der neun Menschen bei einem israelischen Angriff getötet worden sind. “In diesen Tagen können wir keine Aktionen tolerieren, die den Angriff Israels auf offener See, der neun Menschenleben kostete, rechtfertigen könnten”, sagte Davutoglu wörtlich.
In der deutschen Presselandschaft tauchte diese Kritik in der Berichterstattung nicht auf. Vielmehr wurde eine vermeintliche Akzeptanz des Verbots suggeriert. So berichtete die Süddeutsche: “Dass die Bundesregierung kurz nach dem Zwischenfall vor der Küste des Gazastreifens die von Türken in Deutschland betriebene «Internationale Humanitäre Hilfsorganisation» (IHH) verboten habe, werde von der Türkei akzeptiert.” In der Rede Davutoğlus ist diese Akzeptanz nicht zu finden. Er bekundet zwar seine Achtung vor der Souveränität Deutschlands, äußert jedoch klar seine Kritik an dem Verbot als “nicht akzeptabel”.
Diskriminierung
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