Bundesbankvorstand und SPD-Mitglied Thilo Sarrazin wird für seine Äußerungen über Ausländer immer stärker kritisiert. SPD-Chef Sigmar Gabriel und Generalsekretärin Andrea Nahles legten Sarrazin den Rücktritt nahe. Auch die Bundeskanzlerin reagiert mit ungewöhnlicher Schärfe.
Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, Sarrazins Äußerungen, die „für viele Menschen in diesem Land nur verletzend sein können“, hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „nicht ganz kalt gelassen“. Dieser habe „sehr, sehr polemisch“ zugespitzt. Seine Äußerungen seien überhaupt nicht hilfreich, um bei der Integration voranzukommen.
SPD-Chef Gabriel und Generalsekretärin Nahles legten Sarrazin den Parteiaustritt nahe. Er wolle genau prüfen, ob Sarrazins Ausführungen rassistisch sind. Sarrazins Aussagen seien zum Teil „dämlich“ und mitunter „gewalttätig“, sagte Gabriel. „Im Durchschnitt ist der Bundesbankvorstand dümmer geworden dadurch, dass er da Mitglied geworden ist.“
Am Montag stellt Sarrazin in Berlin sein neues Buch vor. Mit dabei ist Necla Kelek. Passagen daraus wurden vorab unter anderem im Spiegel und Bild veröffentlicht. So schreibt der 65-Jährige in dem Auszug unter anderem, „dass es in ganz Europa „mit guten Gründen“ Vorbehalte gegen Muslime gebe. Die muslimischen Zuwanderer würden durch ihre hohe Geburtenrate die Deutschen in 80 bis 90 Jahren in die Minderheit drängen. (sa)
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