Am Sonntag ist ein Brandanschlag auf den Neuen Jüdischen Friedhof in Dresden verübt worden. Unbekannte Täter zündeten am frühen Morgen die Eingangstür an, wie das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) und die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilten.
Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) hat den Anschlag in der Dresdner Johannstadt scharf verurteilt. „Diese menschenverachtende und antisemitische Straftat verurteile ich ganz entschieden. Wer so etwas tut, richtet sich damit gegen unsere gesamte Gesellschaft“, betonte der Minister am Sonntag in einer Mitteilung. Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) äußerte sich ebenfalls besorgt. Vor dem Anschlag auf die Begräbnishalle sei es bereits zu zwei Bränden in Wohnhäusern der linksalternativen Szene gekommen. „Diese anscheinend politisch motivierten Anschläge sind eine beunruhigende Entwicklung. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass hier rechtsradikale Gruppen oder Einzeltäter am Werk waren, müssen die demokratischen Kräfte in der Stadt darauf eine friedliche aber wirkungsvolle Antwort finden“, betonte sie.
In allen drei Fällen ermittelt die Sonderkommission Rechtsextremismus des LKA wegen schwerer Brandstiftung. Ein rechtsextremer Hintergrund sei möglich. Die Polizei sucht nun nach Zeugen. Wer sich zwischen 3:00 und 6:00 Uhr in der Nähe des Jüdischen Friedhofs aufhielt, wird gebeten sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 - 6738152 zu melden. (sa)
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