IGMG - Islamische Gemeinschaft Milli Görüs

 

Sonntag 26. Juli 2009

Deutschland
Bischöfin Jepsen erklärt Solidarität mit Muslimen in Deutschland

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Islamischen Gemeinschaftsrates (Schura) besuchte die Centrum-Moschee in Hamburg- St. Georg. Beim Treffen mit dem Imam Ramazan Ucar und anderen muslimischen Theologen erklärte sie ihre Solidarität mit den Muslimen in Deutschland und verurteilte die tödliche Messerattacke auf die muslimische Ägypterin Marwa El-Sherbini.

"Was in Dresden geschehen ist, darf nicht zu einer Verhärtung führen. Hamburg ist die Hauptstadt des interreligiösen Dialogs. Wir müssen aber sehr genau aufpassen, dass wir es auch bleiben. Wir müssen immer wieder deutlich machen: Gewalt ist keine Religion.", sagte Jepsen. Ziel sei es gewisse Spannungen in der Gesellschaft, abzubauen und andere Wege des Miteinanders zu suchen.

 

Imam Ramazan Ucar wies auf die gute Zusammenarbeit der Religionsgemeinschaften in Hamburg hin. "Probleme sollten uns nicht voneinander trennen, sondern zusammenbringen", erklärte er. Der Beauftragte der Schura für den interreligiösen Dialog, Abu Ahmed Jakobi, zeigte sich erfreut über den Besuch der Bischöfin Jepsen: "Ihr Besuch gibt uns Hoffnung." Es dürfe keine Bevölkerungsgruppe in Deutschland ausgegrenzt und verfolgt werden.

 

Bischöfin Maria Jepsen erklärte des Weiteren ihre Unterstützung für den großen Moschee-Neubau in Hamburg, der vom Islamischen Gemeinschaftsrat gefordert wird. "Ich kann es verstehen, dass eine gute Moschee gebaut werden soll, die zentral gelegen ist und auch in die Stadt hineinpasst. Ich weiß, dass die Muslime da sehr sensibel sind, und ich würde es mir schon wünschen.", sagte sie, wies jedoch darauf hin, dass der Neubau von dem betroffenen Stadtteil akzeptiert werden und zentral gelegen sein müsse.

 

In Bezug auf Moschee-Neubauten hatte Erzbischof Werner Thissen kürzlich in Frage gestellt, ob die Einrichtung einer Moschee als multifunktionaler Gebäudekomplex insgesamt auf die grundgesetzliche Gewährleistung von Religionsfreiheit gestützt werden könne. "Da sind sicher Grenzziehungen notwendig" sagte Thissen in einem Gespräch mit der WELT. (fy)