Weltweit demonstrieren tausende Menschen gegen den Krieg in Gaza und fordern ein Ende der israelischen Angriffe. Auch in der Bundesrepublik Deutschland finden seit Beginn der israelischen Aggression Demonstrationen und Friedenskundgebungen statt.
Bislang wurden unter anderem in den deutschen Großstädten Berlin, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Köln, Hamburg, Hannover, Kassel, München, Nürnberg und Stuttgart Protestmärsche organisiert. Zehntausende Menschen verschiedener Nationen protestierten gegen die israelischen Angriffe und forderten das sofortige Ende des Krieges und den unbehinderten Zugang für humanitäre Hilfen.
Berlin - "Stoppt das Massaker in Gaza"
Nach Angaben der Polizei haben am letzten Wochenende in der Bundeshauptstadt Berlin nahezu 10.000 Menschen an einer Demonstration gegen die israelischen Angriffe in Gaza teilgenommen, darunter palästinensische und arabische Organisationen, Mitglieder der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs und Vertreter der Partei Die Linke. Der Protestzug setzte sich am Roten Rathaus in Bewegung und führte über die Straße Unter den Linden und die Friedrichstraße. Auf Plakaten forderten die Demonstranten unter anderem „Stoppt das Massaker in Gaza“.
Zu der Veranstaltung hatte die palästinensische Gemeinde Berlin aufgerufen. In Ihrem Aufruf forderte die palästinensische Gemeinde, das „sofortige Ende des israelischen Blutbads“ in Gaza. Der Bundesregierung warfen die Organisatoren „rechts- und moralwidrige Tatenlosigkeit“ vor.
Düsseldorf - "Freiheit für Palästina"
Am Samstag kamen nach Polizeiangaben etwa 4000 Demonstranten in der Düsseldorfer Innenstadt zusammen, um gegen den Krieg in Gaza zu protestieren. Sie forderten ein sofortiges Ende der Militäraktion, eine Grenzöffnung zur medizinischen Versorgung und umgehende Friedensverhandlungen. Der Protestzug setzte sich am Düsseldorfer Hauptbahnhof in Bewegung und verlief ohne Zwischenfälle bis zur Schadowstraße. 500 Polizisten begleiteten den Protestzug. Auch die Abschlusskundgebung auf dem Burgplatz am Rheinufer verlief friedlich. „Freiheit für Palästina“ und „Stoppt das Morden“ skandierten sie immer wieder. Die palästinensische Gemeinde Düsseldorf hatte zu dem Protestzug aufgerufen.
Frankfurt - "Kinder dürfen nicht sterben"
Nach Angaben der Polizei nahmen auch in Frankfurt am Samstag rund 10.000 Menschen an der Demonstration teil. Beim Protestmarsch skandierten die Demonstranten unter anderem mit Slogans wie „Freiheit und Lebensrecht für Palästina“, „Internationale Solidarität für Gaza“ und „Kinder dürfen nicht sterben“. Die Abschlusskundgebung fand auf dem Römerberg im Herzen der Altstadt statt. Die Demonstration verlief den Polizeiangaben zufolge „absolut friedlich“.
Ursprünglich sei mit einer Teilnehmerzahl von rund 2000 Teilnehmen gerechnet worden, so die Veranstalter. Viele Menschen schlossen sich dem Demonstrationszug in der Frankfurter Innenstadt spontan an.
Bremen – „Ungerechtigkeiten im Bewusstsein der Menschen zu halten“
In der Bremer Innenstadt haben 7000 Menschen am Samstagnachmittag gegen die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen protestiert. Wie in Frankfurt sei auch in Bremen die Teilnehmerzahl erst im Laufe der Demonstration gewachsen, so ein Polizeisprecher. Zunächst hätten sich nur rund 1000 Demonstranten auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt.
Zu der Demonstration hatte die Schura Bremen, die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs, Landesverband Bremen sowie weitere vereine, wie der „Türkische Elternverein Bremen“, das „Bremer Friedensforum“ und das „Bündnis Bremer Zivilorganisationen“ aufgerufen. Schura-Sprecher Mehmet Kilinc sagte, dass es sich um eine Demonstration von „Bremer Muslimen“ handele. Kilinc kündigte weitere Aktionen an. Diese hätten das Ziel, „diese Ungerechtigkeiten im Bewusstsein der Menschen zu halten“.
Hamburg – „Das Massaker in Gaza ist unentschuldbar“
An der Protestaktion der Schura Hamburg nahmen am Freitag über 5000 Menschen teil. Der Demonstrationszug zog vom Steindamm über die Innenstadt zum Gänsemarkt. Auf den mitgeführten Transparenten und in den gerufenen Parolen wurde besonders häufig Bundeskanzlerin Merkel kritisiert. Ihre vollkommen einseitige Parteinahme für Israel, die auch noch aus einer „Staatsraison“ abgeleitet wird, habe bei vielen Muslimen Unverständnis und Verärgerung hervorgerufen, hieß es in der Abschlusskundgebung.
Auf der Kundgebung sprachen Schura-Vorsitzender Mustafa Yoldas und Norman Paech, Hamburger Bundestagsabgeordneter der Linken. Im Gegensatz zur Bundeskanzlerin sah Paech die Verantwortung für die Gewalteskalation bei Israel mit seiner Blockadepolitik und Weigerung, die frei und demokratisch gewählte Hamas-Regierung anzuerkennen. Schura-Vorsitzender, Dr. Mustafa Yoldaş, sagte, dass das Massaker in Gaza unentschuldbar sei.
Österreich - "Stellt euch auf die Seite des Völkerrechts"
Auch in vielen anderen europäischen Städten kam es am letzten Wochenende zu Kundgebungen gegen die Gewalt im Gazastreifen. Bei einem Protestmarsch in Wien haben nach Polizeiangaben rund 5.500 Teilnehmern die israelischen Angriffe auf Gaza protestiert. Die Demonstranten trugen zahlreiche Plakate mit sich, etwa mit der Aufschrift „Freiheit für Gaza“.
Auch am Dienstag kam es in Wien wieder zu lautstarken Protestkundgebungen gegen die israelische Offensive im Gazastreifen. An der Kundgebung nahmen etwa 700 Menschen teil. Der Sprecher der Initiative „Stoppt das Massaker in Gaza“, Tarafa Baghajati, sagte in einer Ansprache: „Die Chance auf Frieden in der Region wird durch die Militäroperation in weite Ferne gerückt.“ Die EU-Staaten forderte er auf, „sich auf die Seite des Völkerrechtes zu stellen und diese Verletzung des Völkerrechtes eindeutig zu verurteilen.“
Ankündigung - Samstag, 10. Januar 2009: Demonstration in Duisburg
Die nordrhein-westfälischen Regionalverbände der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, Düsseldorf, Köln, Nordruhr und Ruhr A, haben für Samstag (10.Januar 2009) zur Friedenskundgebung in Duisburg aufgerufen. Die Demonstranten treffen sich um 11.00 Uhr am Duisburg Hauptbahnhof (Portsmouthplatz). Die Eröffnung und Anfangskundgebung findet am Portsmouthplatz (Hauptbahnhof Nordeingang) statt. Die Route geht vom Portsmouthplatz über die Friedrich-Wilhelm-Straße und der Steinschen Gasse zum Burgplatz (Am Rathaus). Hier findet die Abschlusskundgebung statt. Für die Anreise empfiehlt das Organisationskomitee die Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel. Darüberhinaus stellen die IGMG-Ortsvereine Busse zur Verfügung.
Außerdem ruft die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs, Regionalverband Rhein-Neckar-Saar für Freitag (9. Januar 2009) in Mannheim um 15 Uhr am Marktplatz zur Demonstration auf. Die Organisatoren fordern die sofortige Beilegung des Krieges. (ab/sa)
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