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Samstag 27. Dezember 2008

International, Palästina
Ein israelischer Klassiker: Blutige Angriffe in Gaza

Während eines Luftangriffs warfen israelische Streitkräfte 30 Raketen auf Gaza-Stadt und die nähere Umgebung. Laut den ersten Informationen seien während den Angriffen 200 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt worden.

Jedoch geht man davon aus, dass die Anzahl der Opfer noch weiter steigen wird. Der Radiosender der Hamas berichtete, dass insbesondere die Polizeistationen im Gaza-Streifen im Visier der Angriffe stehe, was auch von den Verantwortlichen Polizisten vor Ort bestätigt wurde. Unter den Opfern befinde sich auch der Polizeichef Tawfik Dschabbar.

 

Laut den Berichten diverser Nachrichtendienste seien an den Orten der Angriffe dutzende Tote in Polizeiuniform zu sehen. Weitere dutzende Menschen seien noch unter den Ruinen vergraben. Die bombardierten Polizeistationen befanden sich in Siedlungsgebieten.

 

Nach Zeugenberichten fanden die ersten Angriffe statt, als Kinder die Schule verließen. Als die Sirenen ertönten, begaben sich viele Frauen auf die Straße, um ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Die auf diesem Wege verletzten Zivilisten wurden auf dem schnellsten Wege ins Krankenhaus gebracht.

 

Israel könnte die Operation ausweiten

 

Der Stellvertreter des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak gab indes bekannt, dass man sich in einer schwierigen Zeit befände, aber die Operation fortführen und falls erforderlich ausweiten werde. In der Bekanntmachung der Armeeführung hieß es, dass bei den Angriffen auch einige Stützpunkte der Hamas getroffen wurden und alle israelischen Piloten unversehrt seien.

 

Auch der Generalstab äußerte sich zu den Ergebnissen und dem weiteren Verlauf des Angriffs: „Solange es erforderlich ist, wird die Operation fortgeführt, ausgeweitet und intensiviert.“

 

Zur Rechtfertigung der Operation wurde von der Armeeführung geäußert, dass diese eine „Folge der fortlaufenden terroristischen Angriffe der Hamas“ sei. Die Angriffsziele seien auf der Grundlage von Geheimdienstinformationen ermittelt worden, die in den letzten Monaten gewonnen wurden. Bei den Zielen der Operation handele sich unter anderem um Ausbildungslager und Munitionslager.

 

In der Erklärung der israelischen Armeeführung heißt es auch, „der wahre Verantwortliche der israelischen Angriffe ist der Chef der Hamas, der in diesen Siedlungsgebieten terroristische Aktivitäten fördert.“ Zudem sei diese Operation unbedingt notwendig, um die Sicherheit Israels zu wahren. „Jeder, der den Terror unterstützt, Terroristen beherbergt und Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde einsetzt, wird als Terrorist angesehen.“, heißt es in der Erklärung weiter.

 

Abbas ruft zur Mäßigung

 

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas, der sich zur Zeit der Angriffe zwecks Besuch in Saudi-Arabien befand, verurteilte die israelische Offensive und rief zur Mäßigung auf. Abbas habe sich sofort mit anderen Staaten in Verbindung gesetzt, um die vernichtenden Angriffe auf den Gaza-Streifen zu stoppen.

 

Indes rief die Hamas und andere Organisationen zu Gegenangriffen auf und erteilten allen bewaffneten Kräften die Anweisung, die Angriffe Israels zu erwidern. Die Hamas gab bekannt, sie werde ihren „Widerstand bis zum letzten Bluttropfen fortführen.“

 

In Anbetracht etwaiger Vergeltungsangriffe riet die israelische Regierung den Israelis, die im Gebiet wohnen, einen sicheren Ort aufzusuchen. (am)


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