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Dienstag 21. Juli 2009

Deutschland
Islamratsvorsitzende Ali Kizilkaya: Wortwahl einiger Politiker schürt Misstrauen

Der Islamratsvorsitzende Ali Kizilkaya legte im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" Nahe den Mord an Marwa El-Sherbini als ein Anlass zu nehmen, die Wortwahl gegenüber Muslimen zu überdenken.

Insbesondere bei der Diskussion des Kopftuchverbots für muslimische Lehrerinnen solle die Wortwahl vorsichtiger gewählt werden. Damit nahm Kizilkaya Bezug auf die Äußerung des Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion, Gerhard Papke, der das Verbot mit dem Hinweis begründet, das Kopftuch signalisiere allzu oft Gegnerschaft zu Menschenwürde und Selbstbestimmung. "Zwischen dieser Diktion und dem Mord von Dresden besteht zwar kein Zusammenhang, trotzdem sollten Politiker achtsamer ihre Worte wählen. Die bisherige Wortwahl schürt Misstrauen, pflegt Vorurteile und unterschlägt einen Großteil der Wahrheit, weil die allermeisten muslimischen Frauen das Kopftuch freiwillig tragen und zutiefst von der Würde aller Menschen überzeugt sind." so Kizilkaya.  

 

 

Gleichzeitig merkte Kizilkaya an, dass dies keine Forderung sei Kritik an Muslimen zu unterlassen. Nichtpolemische Kritik sei ihm "sehr willkommen". So müsse zum Beispiel die Behauptung der Muslime, Deutschland sei islamfeindlich, ebenso kritisiert werden wie das völlige Ignorieren von Islamfeindlichkeit.

 

Zuvor hatte Kizilkaya im Zusammenhang mit dem Mord an der Ägypterin Marwa El- Sherbini erklärt: „Dieser schreckliche Mord darf nicht in Vergessenheit geraten. Die Tragödie von Dresden macht deutlich, dass sich die islamfeindliche Atmosphäre in jüngster Zeit in Deutschland verdichtet hat und dass Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung nach wie vor zu Realität gehören.“ Die Politik müsse diese Entwicklung mit allen Mitteln stoppen und aktiv gegen Diskriminierung vorgehen.

Um ein tolerantes Miteinander verschiedener Kulturen und Lebensweisen zu ermöglichen sei auch das Engagement der Gesellschaft notwendig. „Die Zusammenarbeit von Juden, Christen, Muslimen und Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften zur Überwindung von Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und anderer Formen von Menschenfeindlichkeit, kann erheblich dazu beitragen, Normalität im Zusammenleben zu erreichen“, sagte Kizilkaya. (fy)


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Diskriminierung

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