Israel hat bei Angriffen auf zwei Schulen der Vereinten Nationen mindestens vierzig Menschen getötet. Die UN-Gebäuden dienten in erster Linie als Zufluchtsort für Frauen und Kinder vor den Militärangriffen Israels. Auch die gezielten Angriffe auf Ambulanzen gehen weiter. Der Zugang von verletzten Palästinensern zu den Kliniken bleibt unsicher.
Laut der Gesundheitsbehörde von Gaza sind bei dem letzten folgenschwersten Angriff von Israel auf eine Schule der UN-Hilfsorganisation UNRWA (United Nations Relief and Works Agency) in Dschabalija mindestens 40 Menschen getötet worden. Zwei Geschosse schlugen am Dienstag vor dem Schulgebäude ein. Viele der Toten seien entweder Flüchtlinge oder ortsansässige Palästinenser gewesen, hieß es. Diese hatten in dem UN-Gebäude Zuflucht vor den israelischen Angriffen gesucht.
Laut UN ist dies bereits der zweite Angriff innerhalb von 24 Stunden auf eine UN-Schule. Schon am Montagabend wurden bei einem Angriff auf eine Schule der Vereinten Nationen im Flüchtlingslager Schati drei Männer getötet. Sie hatten zum Zeitpunkt des Luftangriffs gerade den Waschraum der Schule verlassen, wie UN-Mitarbeiter Adnan Abu Hasna am Dienstag mitteilte.
UN: „Niemand ist sicher im Gazastreifen“
Die bombardierten Schulen gehören der UN-Hilfsorganisation UNRWA (United Nations Relief and Works Agency) an. UN-Vertreter im Gazastreifen erklärten, dass die Koordinaten ihrer Gebäude im Gazastreifen den israelischen Streitkräften zwar übermittelt wurden, um zu verhindern, dass sie angegriffen würden. Die israelische Armee macht jedoch nicht davor Halt, auch UN-Gebäuden und Schulen zu attackieren. Der Leiter der UN-Vertretung in Gaza, John Ging, sagte nach dem Luftangriff: „Niemand ist sicher im Gazastreifen. Alle hier sind terrorisiert und traumatisiert.“ Ging machte die internationale Gemeinschaft für die Todesfälle mitverantwortlich. „Ich appelliere an die politischen Führer hier und in der Region und in der Welt, zusammenzuwirken und das zu stoppen. Sie sind verantwortlich für diese Todesfälle“, sagte Ging in einem Krankenhaus in Gaza.
Angriffe auf Ambulanzen halten an
Die gezielten Angriffe auf Ambulanzen gehen laut Angaben von palästinensischen Gesundheitsbeamten ebenfalls weiter. In den vergangenen Tagen seien mindestens sechs einheimische Helfer durch die israelische Armee getötet worden. Darunter sei auch ein Sanitäter der Medico-Partnerorganisation „Health Work Committees“. Sein Krankenwagen sei von einem Helikopter beschossen worden.
Unterdessen wird derzeit geprüft, ob in Dschabalija bei den Angriffen auch eine Ambulanzstation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) getroffen wurde. IKRK-Einsatzleiter Pierre Krähenbühl konnte die Information noch nicht bestätigen. Zur Gesundheitslage in Gaza sagte er: „Es gibt keinen Zweifel, dass wir mit einer humanitären Krise von großem Ausmaß konfrontiert sind.“ Die Leiterin des Büros für die palästinensischen Gebiete des Internationalen Roten Kreuzes, Katharina Ritz, bestätigte im „Deutschlandradio Kultur“, dass der sichere Zugang von verletzten Palästinensern zu den Kliniken ein Hauptproblem darstelle.
Laut Angaben des Vorsitzenden der UN für humanitäre Hilfe in Gaza, John Holmes, sind bisher bei den israelischen Angriffen über 500 Palästinenser getötet worden, darunter 125 Zivilisten. (ab)
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