Einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders Al-Jazira zufolge hat Israel seine Luftangriffe im Gazastreifen auch in der Neujahrszeit fortgesetzt. Der Uno-Sicherheitsrat rief Israel und die Hamas noch einmal zur Waffenruhe auf, konnte sich aber nicht auf eine Resolution einigen.
Der Uno-Sicherheitsrat ist auf Verlangen der arabischen Staaten gestern erneut zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengetreten, um den Entwurf Libyens für eine Resolution zu diskutieren. Die europäischen Staaten bezeichneten den Entwurf als Einseitig und lehnten eine Verurteilung der israelischen Angriffe auf Gaza ab. Zur Verabschiedung der Resolution kam es gestern deshalb nicht.
UN- Generalsekretär Ban Ki Moon forderte beide Seiten auf, den Ruf nach einem sofortigen Ende der gegenseitigen Angriffe nicht zu ignorieren und „vom Abgrund zurückzutreten“. Ban sagte, er verurteile das Verhalten beider Seiten „gleichermaßen auf das schärfste“. Der ehemalige Ministerpräsident Palästinas Ismail Hanija forderte indessen ein Ende der israelischen Angriffe. „Der erste Schritt, der jetzt getan werden muss, ist ein Ende der israelischen Aggression. Die Übergänge müssen geöffnet werden und dann kann man auch über andere Dinge reden“, so Hanija.
Israelische Armee bereitet sich auf Bodenoffensive vor
Allen internationalen Aufrufen zum Trotz bereitet sich die israelische Armee jedoch für eine Bodenoffensive vor. Wie israelische Medien berichten, schlug die Armeeführung eine großangelegte Bodenoffensive gegen die Hamas im Gazastreifen vor, die zeitlich begrenzt sein solle. Auf den Straßen zum Gazastreifen seien lange Reihen von Panzern und Militärfahrzeugen zu sehen. Israel habe laut Armeeangaben bereits mehr als 9000 Reservesoldaten einberufen. Die israelische Luftwaffe setzte indes ihre Angriffe fort. Auch die Marine bombardierte von der See aus den Gazastreifen.
Nach palästinischen Angaben starben seit Samstag mindestens 400 Palästinenser, etwa 2000 wurden verletzt. Das Uno-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) gab bekannt, dass mindestens jeder vierte Tote ein Zivilist ist. Auf israelischer Seite kamen vier Menschen ums Leben.
Israelische Armee verweigert Zugang ausländischer Journalisten nach Gaza
Einem Bericht des „Spiegel-Online“ zufolge hat der Oberste Gerichtshof Israels entschieden, dass ausländische Journalisten in den Gazastreifen gelassen werden müssen. Die israelische Armee hatte ausländischen Korrespondenten den Zugang zum Gazastreifen verweigert. Damit war eine unabhängige Berichterstattung aus Gaza nicht möglich. Ab Mittwoch dürften nun jeweils Gruppen von bis zu zwölf Journalisten den Grenzübergang Erez passieren, falls dieser aus humanitären Gründen geöffnet wird. (sa)
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