Nachdem tödlichen Streit zwischen Migrantengruppen in Mailand, bei dem ein Ägypter von südafrikanischen Jugendlichen tödlich niedergestochen wurde, wird in Italien darüber debattiert, ob die Einführung von Einwandererquoten in den italienischen Stadtvierteln sinnvoll sind. Politiker von der rechtsgerichteten Partei Lega Nord forderten hingegen drastische Maßnahmen wie Massen-Deportationen illegaler Einwanderer. Ginge es nach ihnen, sollten künftig auch keine Wohnungen mehr an Ausländer verkauft werden.
Nach blutigen Kämpfen zwischen Migranten in Mailand am vergangenen Wochenende diskutiert Italien über die Einführung von Einwandererquoten in den Stadtvierteln der italienischen Metropolen. „Man muss die Konzentration von zu vielen Migranten in einem einzigen Stadtviertel verhindern, weil es sonst schwierig wird, öffentliche Ordnung und Sicherheit zu garantieren", erklärte Unterrichtsministerin Maria Stella Gelmini. Schließlich sei „Sicherheit wichtiger als die Integration.“
Nach dem Vorfall forderte die Regierung von Premier Silvio Berlusconi die Verbannung von „Ghetto-Bildung“, damit sich keine ähnlichen Vorfälle in anderen italienischen Städten ereigneten. „Wir müssen zusammenarbeiten, um die Konzentration bestimmter Einwanderergruppen auf ein Stadtviertel zu verhindern. Man muss auch die Integration von legal in Italien lebenden Ausländern fördern", sagte Innenminister Roberto Maroni.
Andere Parteigenossen des Innenministers forderten jedoch drastischere Maßnahmen wie Massenausweisungen von illegalen Einwanderern oder das Verbieten von Wohnungsverkäufen an Migranten. Maroni wies jedoch die Forderungen der Hardliner zurück. Die Lösung könne kein Polizeistaat sein. (ab)
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