Das israelische Militär hat am Sonntag die Gaza-Stadt umzingelt und den Gazastreifen in zwei Teile gespalten. Israelische Granaten schlugen in Häuser und im Einkaufszentrum von Gaza ein.
Nach Angaben palästinensischer Augenzeugen schossen israelische Panzer von einem Hügel Granaten in alle vier Himmelsrichtungen. Dabei sind nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde mindestens 64 palästinensische Zivilisten getötet worden. Israelische Granaten hätten sogar einen Krankenwagen getroffen. Dabei seien in Gaza drei Sanitäter getötet worden und ein weiterer in der nördlichen Stadt Beit Lahija. Die britische Hilfsorganisation „Oxfam“ bestätigte die Angriffe. Israelischen Medienberichten zufolge erschossen israelische Soldaten auch im Westjordanland einen palästinensischen Demonstranten. Die israelische Armee teilte mit, dass seit dem Einmarsch am Samstagabend ein israelischer Soldat getötet und weitere 32 verletzt wurden.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und die Internationale Humanitäre Hilfsorganisation (IHH) vermeldeten zudem, dass den Ärzteteams seit Tagen der Zugang zum Gazastreifen verwehrt werde. Auch ausländische Journalisten werden von der israelischen Armee nicht in den Gazastreifen gelassen. Eine unabhängige Berichterstattung ist damit nicht möglich.
USA blockieren sofortige Waffenruhe
Der Weltsicherheitsrat konnte sich auch in der Dringlichkeitssitzung am Samstag nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. In einer fast vierstündigen Sondersitzung blockierten die USA eine Erklärung, die zu einer sofortigen Waffenruhe auffordern sollte. Der amerikanische UN-Botschafter Alejandro Wolff beschuldigte die palästinensische Hamas der Aggression. „Israels Recht zur Selbstverteidigung ist nicht verhandelbar“, sagte Wolff.
Währenddessen ist eine Delegation der Europäischen Union am Sonntagabend zum Auftakt einer Vermittlungsmission in Ägypten eingetroffen. Auch der ehemalige britische Premierminister und internationale Nahost-Beauftragte Tony Blair wollte noch am Sonntag mit einer Pendeldiplomatie zwischen Israel und dem palästinensischen Westjordanland beginnen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy reist als Co-Chef der Mittelmeerunion ebenfalls zu Nahost-Gesprächen nach Kairo, Ramallah und Jerusalem. (sa)
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