Die Bundeskanzlerin Angela Merkel warb für einen neuen Anlauf zu mehr Verständigung zwischen Orient und Okzident. „Ich möchte ganz offen für den Dialog der Kulturen und Religionen werben“, sagte sie am Donnerstag in einer Grundsatzrede in dem Museum für islamische Kunst in Doha, der Hauptstadt von Katar.
Merkel nutzte die Gelegenheit auch dafür, um mehr Verständnis in Europa für die islamische Zivilisation zu werben. Muslime sind in Deutschland die zweitgrößte Gemeinschaft nach den Christen, so Merkel. In Europa werde aber manchmal vergessen, „über wie viele Jahrhunderte der arabische Raum in Wissenschaft und Kultur weit vor uns lag“. Dabei gestalteten in Deutschland Muslime die Gesellschaft aktiv mit, „nicht zuletzt in der Fußballnationalmannschaft“.
Wichtig seien auf beiden Seiten religiöse Toleranz und Meinungsfreiheit. „Wir brauchen Respekt vor den unterschiedlichen Wertevorstellungen“, betonte die Bundeskanzlerin. Die globale Entwicklung mache einen Austausch und Chancen für Partnerschaften über die Grenze hinweg mehr denn je möglich.
Merkel sprach auch von einer gemeinsame Verantwortung für die Lösung der politischen Konflikte im Nahen und mittleren Osten. „Deutschland bekennt sich zu einem jüdischen Staat Israel und einem Staat für die Palästinenser.“ Das Existenzrechts Israels gehöre zur deutschen Staatsräson. Deutschland werde seinen „Freunden in Israel“ aber ihre Meinung sagen, versicherte Merkel. Aber auch den „Partnern“ bei den Palästinensern. (sa)
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