Muslime in Deutschland, Großbritannien und Frankreich sind der Ansicht, dass Mainstream-Medien übertrieben negativ und unausgewogen über Muslime berichten. Dies spiegelt sich auch in ihrer Mediennutzung wieder. So bevorzugen sie ausländische und „Minoritätsmedien“ als Informationsquellen. Dies geht aus einer Studie des Londoner Institute for Strategic Dialogue und der Vodafone Stiftung Deutschland hervor.
Für die Studie mit dem Titel „Muslime in der europäischen Medienlandschaft“ befragten die Forscher fast 150 Medienkonsumenten und Experten aus der Medienbranche.
Von den befragten Muslimen gaben 55 Prozent an, die großen Medien berichteten negativ über Muslime. Bei den Nicht-Muslimen lag die Zahl bei 39 Prozent.
Ferner vertraten mehr als die Hälfte der Befragten die Meinung, dass es in der Berichterstattung über Muslime hauptsächlich um Terrorismus ginge. Ein Drittel nannte Fundamentalismus als das Hauptthema und ein Drittel gab als häufigstes Thema die Kopftuchdebatte an.
Die Folge der falschen Darstellung der Muslime in den großen Medien sei die Hinwendung der Muslime zu alternativen Medien. Diese seien ausländische Medien und Medien, die von muslimischen Minderheiten in den betroffenen Ländern betrieben werden. Die Wahl der alternativen Medien hängt laut Studie weniger von der Religion ab als von der Sprache und von dem Bedürfnis, Informationen über die eigene Heimat zu bekommen.
Den Autoren der Studie zufolge könne die Beschäftigung von mehr Muslimen in der Medienbranche dazu beitragen diesen Missstand zu beheben. 40 Prozent der befragten Medienexperten gaben an, Muslime seien aufgrund von vorherrschenden Vorurteilen in der Medienbranche unterrepräsentiert.
Zusammen mit den Untersuchungsergebnissen gibt die Studie auch Empfehlungen.
Die Autoren der Studie raten den Mainstream-Medien mit den Minderheiten-Medien zusammenzuarbeiten und sie weniger als Konkurrenz zu sehen. Zudem sollen staatliche Institutionen und Unternehmen in Deutschland verstärkt auch türkische Medien nutzen.(fy)
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