In Göttingen ist eine deutsch-muslimische Studentin syrischer Herkunft wegen ihres Kopftuches von vier unbekannten Tätern angegriffen und verprügelt worden, bestätigte Göttingens Polizei-Chef Thomas Rath. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Unbekannt eingeleitet.
Der Übergriff ereignete sich am Rande einer Demonstration von Autonomen am Sonntagnachmittag. Die 24-jährige deutsche Studentin syrischer Herkunft wurde auf dem Weg zu ihrem Auto von vier unbekannten männlichen Tätern zu Boden geworfen und getreten. Sie wurde zudem von den Tätern durch ausländerfeindliche Äußerungen wegen ihrer Herkunft und Kleidung beleidigt. Sie kam mit Schürfwunden und Prellungen davon. Die verletzte Studentin berichtete zunächst ihrer Mutter von der Attacke, die dann die Polizei informierte.
Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. Die Polizei ermittle gegen die vier Männer, deren Kleidung nicht typisch der rechtsextremistischen Szene sei, wie das Opfer berichtete. Die Ermittler suchen noch nach Zeugen. Einer soll ein schwarzes Daunenblouson, ein anderer eine dunkelblaue Jacke, ein dritter eine helle Baseballmütze getragen haben. Alle Männer sollen kurze Haare gehabt haben, hieß es weiter. Unter anderem werde der Fahrer eines älteren blauen VW Polo gesucht, der an den Angreifern und der verletzten Frau vorbeigefahren sein soll.
Der Vorfall ereignete sich am Rande einer Demonstration von Autonomen. Rund 1400 Autonome hatten sich in der Göttinger Innenstadt versammelt und hatten anschließend einen Demonstrationszug Richtung Universitätscampus unternommen. Die muslimische Studentin habe sich nicht an der Demonstration beteiligt, berichtete die Polizei. (ab)



