Bei einer Tagung im Rahmen der Deutschen Islamkonferenz in Regensburg machte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf die Bedeutung der Religion, der Religionsfreiheit und des interreligiösen Dialogs aufmerksam. Ferner forderte er die Gründung von Islam-Lehrstühlen an Universitäten.
Beim Symposium zum Thema „
Religion im säkularen Staat“ unterstrich Schäuble erneut, dass die Säkularisierung des Staates nicht mit der Negation von Religion einhergehen muss. „Säkularer Staat heißt nicht "gottloser Staat"“, sagte Schäuble.
Die Verbannung der Religion und ihre Bekämpfung durch den Staat bringe nichts Gutes und Säkularisierung fördere nicht zwangsläufig Freiheit und Demokratie, betonte Schäuble und wies auf die kommunistischen Regime hin. Ferner sei die Finanzkrise ein Beispiel dafür was passiere, wenn Werte und Tugenden aus dem Blick geraten.
In Bezug auf die Religionsfreiheit erklärte der Bundesinnenminister: „Die Religionsfreiheit garantiert auch anderen, in Deutschland neuen Religionen die Freiheit, ihren Glauben privat und öffentlich zu bekunden. Das ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wo immer Religionen ein moralisches Fundament und Werte, Orientierung und Zugehörigkeit vermitteln, stärken sie menschliche Gemeinschaft.“
In seiner Rede führte Schäuble Beispiele aus der Geschichte für das fruchtbare aber auch schwierige Verhältnis zischen Muslimen und Christen auf. „Die Erinnerung an die Kreuzzüge, die Eroberung der iberischen Halbinsel und die Belagerung Wiens wirken nach. Die Anschläge des 11. September 2001, die Kriege im Nahen Osten und der Karikaturenstreit kommen als moderne Facetten hinzu. Und so sehen viele, obwohl sich islamische und christliche Kultur meist bereicherten, immer noch eher das Trennende.“
Daher sei der interreligiöse Dialog von großer Bedeutung, um die Unterschiede, aber auch das Verbindende der Religionen sichtbar zu machen und das Vertrauen der Menschen zueinander zu stärken. Auch der Staat – Bund, Länder und Kommunen – sowie die Gesellschaft insgesamt müssten eine Beziehung zu den Religionsgemeinschaften pflegen und zu neuen Religionen wie dem Islam in Deutschland aufbauen.
Dies sei das Ziel der Deutschen Islam Konferenz. Schäuble bezeichnete die Gründung der Islam Konferenz als ein wichtiges Signal für die Menschen in Deutschland – für die Muslime ebenso wie für Nicht-Muslime.
Die Empfehlungen im Umgang mit Konflikten in der Schule, zur künftigen Imamausbildung und zur Einrichtung islamisch-theologischer Lehreinrichtungen zählten zu den Ergebnissen der letzten drei Jahre. Obwohl die Einrichtung des islamischen Religionsunterrichts an staatlichen Schulen noch nicht erreicht sei, werde Deutschland in Zukunft staatliche Lehrkräfte brauchen.
„Deshalb unterstütze ich alle Bemühungen zu islamisch-theologischer Forschungs- und Lehrstrukturen an deutschen Lehrstühlen. Solche Lehrstühle könnten die Wiege einer Generation von Muslimen werden, die islamische Theologie in Deutschland kultivieren. Dabei geht es nicht darum, einen „deutschen Islam“ zu schaffen. Wie der Islam in Deutschland aussieht, entscheiden allein die hier lebenden Muslime. Auch das ergibt sich aus der Säkularität unseres Staates.“, so Schäuble. (fy)
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Hier können Sie auszugsweise einen Blick in "Die Lehre des Islam" von Prof. Dr. Muhammed Hamidullah werfen. Das vorliegende Buch beinhaltet zwei Abschnitte von Prof. Hamidullahs Werk „Der Islam – Geschichte,Religion, Kultur".































